Krebsforschung: Neue Erkenntnisse

Krebs gehört zur Diagnose mit dem größten Schreckensfaktor für die Betroffenen. Dabei sind viele Krebsarten, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, gut zu behandeln und tatsächlich heilbar. Krebsforschung ist ein komplexes Gebiet, das Laien wie Akademiker gleichermaßen interessiert und fasziniert.

Krebsforschung: Neue ErkenntnisseViren – gefährlich oder hilfreich?

Einige Virenarten lösen Krebs aus. Spezielle Viren werden sogar als Tumorhemmer in der Krebstherapie eingesetzt. Papillomviren sind verantwortlich für Krebserkrankungen der Haut, der Schleimhaut und der Geschlechtsorgane. Hierfür wurden in den letzten Jahren vorbeugende Impfungen entwickelt, die jedoch auf Grund ihrer noch vorhandenen Nebenwirkungen umstritten sind. Wissenschaftler und Akademiker arbeiten an der Verbesserung dieser Impfstoffe, die zum Beispiel die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindern sollen. TT-Zellen wirken direkt auf das Genom der Wirtszelle und bekämpfen den Krebs an seinem Entstehungsort. Parvoviren werden als Wachstumshemmer eingesetzt und spielen in der begleitenden Genforschung eine wichtige Rolle. Mit langzeitigen Retroviren (unter anderem HIV) wird derzeit geforscht, ob diese in der Krebstherapie Wirkung zeigen können. Dabei soll die Eigenschaft dieser Viren, zur „Selbsterhaltung“ fremde Viren abzutöten, genutzt werden.

Chemotherapie und Bestrahlung

Chemotherapie und Bestrahlung sind oft die einzige Möglichkeit, schwer zu lokalisierende Krebszellen effektiv zu vernichten. Bei der punktgenauen Bestrahlung wurden inzwischen große Fortschritte erzielt, so dass nicht betroffene Körperpartien und Organe nicht oder nur minimal geschädigt werden. Die aggressive Chemotherapie greift jedoch, neben den Krebszellen, auch alle anderen schnell wachsenden Zellen an. Haare und Nägel wachsen nach, jedoch wenig regenerative Organe wie Nieren und Lunge bleiben meist dauerhaft in ihrer Funktion beeinträchtigt. Hier wird fieberhaft nach alternativen Lösungen gesucht (Stichwort Thermotherapie). Bei einer Krebserkrankung im Anfangsstadium reicht oft die operative Entfernung des Geschwürs mit anschließender sanfter Chemotherapie. Als heute restlos heilbare Krebserkrankungen zählen Brustkrebs und Prostatakrebs, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Krebs im fortgeschrittenen Stadium, der bereits vielfach gestreut hat, ist nur mit hohen Dosen beizukommen. Als äußerst aggressive Erkrankung gilt der Bauchspeicheldrüsenkrebs, der trotz Behandlung oft zum Tod führt, weil er im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden verursacht und dadurch erst viel zu spät festgestellt wird.

Früherkennung und Molekularbiologie

Als wichtigste Früherkennungsmaßnahme wird die Anwendung und Auswertung von Biomarkern angesehen. Biomarker sind messbare Bestandteile im Blut, die charakteristisch einer bestimmten Krebsart zugeordnet werden können und so die Bestimmung erleichtern, noch bevor ein Geschwür entsteht. Wissenschaftler und Akademiker der Molekularbiologie, die an dieser Methode der Früherkennung forschen, haben sich zum Ziel gesetzt, in 20 bis 30 Jahren etwa 30 Prozent der Krebsneuerkrankungen zu verhindern. Momentan werden bei einer Krebserkrankung große Teile des Lymphsystems operativ entfernt, da sich über diesen Weg die Krebszellen ihren Weg in den gesamten Körper suchen. Da das Lymphsystem als allgemeine „Gesundheits-Polizei“ für den Körper jedoch extrem wichtig ist, wird nach alternativen Lösungen gesucht, um dieses wertvolle Helferorgan zu erhalten. Außerdem wird untersucht, welchen Einfluss die Genetik auf die Entstehung von Krebserkrankungen hat und wie eine Veranlagung, an Krebs zu erkranken, frühzeitig erkannt werden kann. Eine gesunde Lebensweise trägt dazu bei, Krebserkrankungen zu verhindern. Doch gibt es auch hier Ausnahmen, deren Ursachen in der Genetik zu suchen ist. Man denke an Nichtraucher, die dennoch an Lungenkrebs erkranken.

Selbstheilungskräfte nicht unterschätzen

Die sogenannte Schulmedizin kann durch alternative Naturheilmethoden unterstützt werden, jedoch niemals umgekehrt. Krebs lässt sich nicht „wegbeten“ oder mit homöopathischen Mittelchen behandeln. Krebspatienten müssen außerdem psychologisch betreut und aufgebaut werden. Das Gesundheitssystem hat hierbei Nachholbedarf bzw. ist rückläufig. In den letzten Jahren wurden aus Kostengründen Beratungs- und Betreuungsstellen eingespart. Viele Krebspatienten fühlen sich allein gelassen und erfahren allenfalls in der REHA-Klinik eine begleitende psychologische Betreuung durch Fachkräfte. Diese Entwicklung ist kontraproduktiv, denn die größten Heilungschancen besitzen selbstbewusste und angstfreie Patienten. Es starben schon junge Menschen mit Krebs im Anfangsstadium, die resignierten, weil sie von Familie und Freunden vorschnell beweint und bedauert wurden. Auf der anderen Seite zeigen Ausnahmefälle, wie die eines damals 30-jährigen Krebspatienten (Bert Wiegner), dass selbst ein Hodenkarzinom im absoluten Endstadium, mit Metastasen in nahezu sämtlichen Organen, nicht tödlich verlaufen muss. Obwohl dem Patienten nur eine Rest-Lebenserwartung von zwei Wochen bescheinigt wurde, hat er die aggressive Krankheit besiegt und lebt 20 Jahre später immer noch. Sein Fall wurde als Paradebeispiel für die Kraft der Selbstheilung in den Lehrstoff für Onkologen aufgenommen.

Mit Knochenmarkspenden Leukämie besiegen

Eine Sonderstellung nehmen Krebserkrankungen bei Kindern ein. Bei der Behandlung von Leukämie (Blutkrebs) ist die medizinische Versorgung vorbildlich und die Erfolge können sich sehen lassen. Jedoch muss die Bevölkerung verstärkt sensibilisiert werden. Denn nur mit ausreichend zur Verfügung stehenden Knochenmarkspenden kann Leukämie geheilt werden. Krebserkrankungen können jeden treffen: Akademiker und Arbeiter, Raucher und Nichtraucher, Trinker und Gesundheitsfanatiker. Eine gesunde Lebensweise ist jedoch hilfreich und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte auch gegen andere Krankheiten.

Bild © Sven Weber – Fotolia.com

Ein Gedanke zu “Krebsforschung: Neue Erkenntnisse

  1. Sehr informativer Artikel über Krebs und Krebsforschung – vor allem auch für Laien verständlich. Der Beitrag kommt prima ohne Fachchinesisch aus. Diesen Bert Wiegner kenn ich übrigens persönlich – der klettert inzwischen in den Anden herum, bekocht Survival-Urlauber oder relaxt am Strand in Französisch-Guyana. Weiter so! 🙂

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