Heiß diskutiert: Der Klimawandel

Wissenschaftler sehen es an den Wachstumsringen der Bäume, an alten Korallen und bei Bohrungen im Eis: Die Welt ist seit 1000 Jahren nicht mehr so heiß gewesen wie heute. Die Erde hat sich noch nie so schnell erhitzt wie in den letzten 30 Jahren. Die drei wärmsten Jahre in den historischen Rekorden geschahen seit 1998. Klimatologen vom UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) sind sich einig, dass die globale Erwärmung vom Menschen verursacht wurde.

Hauptursache der globalen Erwärmung sind die enormen Mengen CO2, die der Mensch seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 18.Jahrhunderts produziert hat. Besonders in den letzten 40 Jahren ist diese CO2-Produktion geradezu explodiert. Die größten CO2-Erzeuger sind heute China und die USA, gefolgt – in großem Abstand – von Rußland. Die Folgen dieser CO2-Produktion und der damit verbundenen globalen Erwärmung sind verheerend: Kanadas Inuit sehen es im verschwindendem Eis, die küstennahen Städte Lateinamerikas und Südostasiens sehen es in tödlichen Stürmen und Fluten, und die Europäer sehen es an den abnehmenden Gletschern, häufigeren Waldbränden und Hitzewellen.

Ein Ort, an dem man den Klimawandel am deutlichsten sehen kann: Die Arktis. Kaum ein anderer Ort auf der Erde reagiert so empfindlich auf den Klimawandel und die globale Erwärmung wie die Arktis. Verantwortlich hierfür ist der Rückkopplungseffekt: Aufgrund steigender Temperaturen schmilzt das Eis, die Rückstrahlfläche für das Sonnenlicht wird kleiner, die Geschwindigkeit des Schmelzens nimmt zu. Die Zahlen sind erschreckend: Die ESA (European Space Agency) hat per Satellit Aufnahmen der Arktis-Region gemacht und festgestellt, dass die Eisfläche der Nordpolregion so klein ist wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 30 Jahren. Die Aufzeichnungen belegen, dass sich die Eisfläche am Nordpol in den letzten zehn Jahren jährlich durchschnittlich um ca. 100.000 Quadratkilometer reduziert hat. In den letzten Jahren ist dieses Abschmelzen sogar noch beschleunigt worden: Erstmalig ist die Nordwest-Passage vom Atlantik zum Pazifik völlig eisfrei und damit für Schiffe befahrbar. Wissenschaftler sind der Meinung, dass bei diesem Schmelztempo die Arktis bis zum Jahr 2040 komplett eisfrei sein wird. Bereits 2020 wird dieses Szenario während der Sommermonate erwartet.