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Das kleine Dänemark ist Spitzenreiter in der Nutzung von Windkraft. 40 Prozent der verbrauchten Energie des Landes werden aktuell durch riesige Rotorblätter erzeugt. Die dänische Bevölkerung war lange Jahre einhellig vom Nutzen der Windkraft überzeugt. Doch seit einem Jahr stockt der Ausbau. Mehr als 200 Bürgerinitiativen wehren sich heute vehement gegen neue Krafträder. Die Angst vor Gesundheitsschäden ist ihr Antrieb.



ÖkostromDer Windrad-Bau ging um 90 Prozent zurück

Ausgelöst wurde die neue Skepsis durch erschreckende Vorfälle. Der erste ereignete sich im Dezember 2013 in Jütland. Als ein neuer Windpark in unmittelbarer Nähe einer Pelztierfarm in Betrieb ging, verloren mehr als hundert der Tiere ihr Leben. Sie bissen sich gegenseitig tot oder mussten aufgrund schwerer Verletzungen, die sie sich gegenseitig zugefügt hatten, getötet werden. Tierärzte und Experten machen für das menschliche Ort unhörbare Schallemissionen für das aggressive Verhalten verantwortlich. Auch andere Zuchtbetriebe berichteten von ähnlichen Geschehnissen.

Als Konsequenz aus den landesweiten Diskussionen gab das Parlament in Kopenhagen eine wissenschaftliche Studie in Auftrag. Infolge brach die Neuinstallation von Windrädern ein. Geplante Projekte wurden mehrheitlich auf Eis gelegt. Wurden 2013 noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von 694 Megawatt in Betrieb genommen, waren es 2014 nur noch 67 Megawatt.

Neue Anlagen an Land sind kaum noch zu realisieren

Der Verband der dänischen Windkrafterzeuger reagiert mit einem Strategiewechsel. Neue Anlagen werden zukünftig vorwiegend Offshore errichtet. Erst 2017 wird die staatliche Untersuchung zu Windkraftgefahren abgeschlossen sein. Der Stimmungswandel der Dänen erscheint sich jedoch schon heute zu verfestigen. Inzwischen vertritt der ehemalige Umweltminister, früher zuständig für die Errichtung von Windrädern, die Belange der Windkraftgegner.

Unterfüttert werden die Bestrebungen der Bürgerinitiativen durch immer neue Berichte über Gesundheitsschäden, die bei Erwachsenen und Kindern durch niedrig frequentierte Schallwellen ausgelöst wurden. Schlafstörungen, Tinnitus und Nasenbluten sind nur einige davon. Zahlreiche Betroffene mussten den Wohnort wechseln. Auch in Deutschland und Österreich untersuchen Wissenschaftler und Arbeitsmediziner die Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Organismus. Die Ergebnisse differieren allerdings stark und sind teilweise widersprüchlich.

Bild © Andreas F. – Fotolia.com




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