Versicherungen: Was haben die Unisex Tarife für Auswirkungen

Die Umsetzung der EU-Gleichstellungsrichtlinien brachte insbesondere im Versicherungsbereich eine vollkommen neue Tarifwelt. Konnten bislang die Tarifprämien geschlechterspezifisch kalkuliert werden, darf das nun nicht mehr geschehen. Das wirkt sich aber nicht nur auf Personenversicherungen, wie beispielsweise die Lebens- oder Krankenversicherungen, aus, auch im Bereich der Kfz-Versicherungen mussten Änderungen vorgenommen werden.

Schadenstatistiken nur noch neutral bewertet

Gerade für Frauen, die nachweislich weniger Kfz-Schäden verursachen, konnten bislang sehr interessante Rabatte in der Fahrzeugversicherung eingeräumt werden, was nun nicht mehr zulässig ist. Sollte man aber meinen, dass aufgrund der gemischten Kalkulationsgrundlage die Beiträge nun insgesamt günstiger würden, sucht man diese Entwicklung vergebens. Die Konditionen für weibliche Versicherungsnehmer wurden verschlechtert und der Rest blieb fast unverändert. Bislang muss man konstatieren, dass lediglich die Versicherungsgesellschaften von der Einführung der Unisex-Tarife profitieren.

Auswirkungen auch in anderen Sparten

Die Gleichstellung der Geschlechter in der Tarifkalkulation macht sich natürlich in den meisten Versicherungssparten bemerkbar. Da es unterschiedliche statistische Lebenserwartungen von Männern und Frauen gibt, unterschieden sich die Beiträge in der Lebens- und Rentenversicherung entsprechend der Risiken für den Versicherer. Frauen waren günstiger gegen das Risiko Tod zu versichern, Männer günstiger in der Rentenversicherung, da das Risiko einer langen Rentenzahlung geringer ist. Aber auch in der Unfallversicherung hatten Frauen den Vorteil, generell in die Risikoklasse A eingestuft zu werden und damit günstigere Beiträge berechnet zu bekommen. Nun mussten diese Kalkulationen gemischt und die Vergünstigungen gestrichen werden. Die Verschlechterung der Konditionen ist also verteilt, wobei die Verbesserungen für das jeweils andere Geschlecht meist nur minimal ausfallen – wenn überhaupt.

Unisex-Tarife – für alle Versicherten ohne Vorteil

Es ist also festzuhalten, dass die Einführung der Unisex-Tarife zur Umsetzung der EU-Gleichstellungsrichtlinien für die Versicherten kaum Vorteile bringt, aber den Versicherern höhere Beitragseinnahmen beschert. Die unterschiedlichen Schadenstatistiken wirken sich ja trotzdem auf die Risiken der Versicherer aus – müssen aber nicht mehr berücksichtig werden.

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