Studie belegt: Altenpfleger werden schlecht bezahlt

Die Gesellschaft altert und immer mehr Bürger benötigen Pflege und Unterstützung. Trotz des von Heimen und Verbänden oft beklagten Fachkräftemangels ist die Bezahlung in der Branche jedoch schlecht. In Berlin stellte jetzt Karl-Josef Laumann (CDU), der Pflegebeauftragte der Regierung, eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor. Sie zeigt auf, dass in der Altenpflege bis zu einem Drittel weniger verdient wird als in der Krankenpflege.

PflegeversicherungKrankenpflege ist der lukrativere Job

Die Ausbildungsanforderungen für Krankenpfleger und Altenpfleger sind annähernd identisch, die Belastungen im Alltag vergleichbar hoch. Zudem nähern sich inhaltlich immer weiter an. In Krankenhäusern müssen mehr und mehr Pflegebedürftige versorgt werden und die Belegung der Pflegeheime mit Schwerkranken steigt kontinuierlich. Trotzdem sind die Unterschiede in der Bezahlung gravierend, verursacht auch durch die abweichenden Gehälter in Ost und West. 3139 Euro brutto verdiente in 2013 eine vollzeitbeschäftigte Krankenschwester in Baden-Württemberg. Ein Altenpfleger in Sachsen-Anhalt kam zu diesem Zeitpunkt auf 1945 Euro brutto.

Geringer Lohn und viel Teilzeit

Der Pflegebeauftragte sieht in der ungleichen Bezahlung das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ verletzt. Durch die demografische Entwicklung werden jährlich zwei bis drei Prozent mehr Jobs in der Altenpflege nötig. Eine niedrige Bezahlung ist in dieser Situation kaum ein Anreiz, den Personalbestand nachhaltig zu sichern. Laumann appellierte deshalb an die Tarifpartner bestehende Ungleichheiten zu beseitigen, um das Berufsbild für junge Leute attraktiver zu gestalten. Zudem monierte er die Zahl der Teilzeitstellen von bis zu 70 Prozent, obwohl die Nachfrage nach Vollzeitstellen hoch ist.

Gewerkschaft fordert bundeseinheitlichen Tarif

Das Ergebnis der Studie wird von den Tarifparteien unterschiedlich bewertet. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Ver.di bekräftigte die Notwendigkeit die Altenpfleger angemessen und fair zu bezahlen. Ihre Organisation strebt deshalb einen allgemein verbindlichen, bundeseinheitlichen Tarifvertrag für Altenpfleger an, um den Wettbewerb um die billigsten Löhne zu beenden. Anders ist die Sichtweise von Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege. Er rät zur Zurückhaltung. Jede Kostensteigerung, so sein Einwand, würde Beitragszahler und Sozialhilfeträger zusätzlich belasten.

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