Strom soll bezahlbar bleiben: Neuausrichtung der EU-Energiepolitik

Erneuerbare Energien sind des Strompotenzial der Zukunft, wenn auf Atomkraftwerke verzichtet werden soll. Doch durch den Ausbau der erneuerbaren Energie wurden für den Strommarkt viele neue Hürden erzeugt. EU-Vize Kommissar Maros Sefcovic hat sich deshalb kürzlich für eine Neuausrichtung der EU-Energiepolitik ausgesprochen.



Kritikpunkte

Der Vizepräsident der europäischen Kommission Sefcovic gab zu bedenken das ein europäisches Konzept unter Umständen besser, billiger und solider sein könnte, als die Konzepte von vielen Einzelstaaten. Besonders durch Förderung erneuerbarer Energien, kritisierte der Vizepräsident, würde der Strompreis für viele Endkunden zu hoch. Er sprach sich für ein Ende der EU-Subventionen für klimaschädliche und umweltschädliche Energiequellen aus. Zudem wolle die EU prüfen, inwieweit Steuern und Durchleitungsgebühren die Strompreise nach oben treiben.

Die Kosten des Strommarktes

Seit der Öffnung des Strommarktes 1998 haben sich die Strompreise durch die angestrebte Energiewende und den Netzausbau verdoppelt. Derzeit liegt der Strompreis in Deutschland bei circa 0,27 Cent pro kWh/h. Rund 34,4 Prozent des Strompreises entfallen auf Transport und Vertrieb des Stroms. Für die Netznutzung müssen Verbraucher 20 Prozent vom Strompreis bezahlen. Umlagen und Steuern schlagen mit 45,6 Prozent, darunter sieben Prozent Konzessionsabgabe, 14,6 Prozent EEG-Umlage, acht Prozent für die Öko-Stromsteuer und 16 Prozent Mehrwertsteuer, zu Buche. Die EEG-Umlage gilt dabei als Preistreiber im Allgemeinen deshalb, weil stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit sind und diese Kosten von den Endverbrauchern getragen werden müssen. Zudem trägt der Netzausbau mit jährlichen Kosten von 1,2 Milliarden Euro zur Verteuerung des Strompreises bei. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Strompreise.

Das soll bleiben

An der Zuständigkeit der EU-Länder und am Energiemix will der Vizeminister nicht rütteln. Auf der Jahrestagung der Energiewirtschaft Ende Januar 2015 gab auch Lord John Mogg von der ACER-Energie Regulationsbhörde zu bedenken, dass der Fokus auf ein grenzüberschreitendes Stromübertragungsnetz gerichtet werden müsse, um einen einheitlichen Binnenmarkt für Strom zu schafften und den Austausch mit den EU-Anreinerstaaten zu ermöglichen.



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