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Vor neun Monaten stellte Zypern einen Hilfsantrag in Brüssel, um seine marode Finanzlage zu stabilisieren. Die Verhandlungen waren schwierig. Die Insel mit ihrer überdimensionierten Bankbranche gilt als beliebter Platz für Schwarzgeld und Geldwäsche. Nun trafen die Finanzminister der Euro-Staaten eine Entscheidung, deren Tragweite nicht abzusehen ist: Ausnahmslos alle Konteninhaber auf Zypern werden mit einer einmaligen Abgabe belastet.



Nach Zypern: Wie sicher sind deutsche Konten?17 Milliarden braucht Zypern, 10 Milliarden wurden nun zugebilligt. Geknüpft ist die Auszahlung an zwei Bedingungen: Neben strengen Schwarzgeldkontrollen muss jeder Kontoinhaber einen sogenannten Solidaritätsbeitrag zahlen. Er beträgt für Geldeinlagen unter 100 000 Euro 6,75 Prozent, für höhere 9,9 Prozent. Freibeträge gibt es nicht, auch die üblichen Giro- und Geschäftskonten sind betroffen. Die Maßnahme ergibt einen Gesamtbetrag von geschätzt 6 Milliarden Euro, der für die Bankensanierung eingesetzt werden soll.

Transaktionen auf zyprischen Konten unmöglich

Gleich nach der Entscheidung wurde das gesamte zyprische Bankensystem lahmgelegt. Überweisungen werden nicht mehr gebucht. Nur noch Auszahlungen am Automaten bis zum Tageslimit sind zurzeit möglich. Die Entscheidung sorgt europaweit für Diskussionen und eine sich immer stärker ausbreitende Unruhe. Die Deutschen sahen sich bisher durch die Versprechen der Politik und das Einlagensicherungsgesetz vor dem Verlust ihres Geldes geschützt. Doch mit dem Beschluss zu Zypern ist ein Tabu gebrochen. Grund genug, die fragile Situation auch der deutschen Sparer zu verdeutlichen. Weit her ist es nämlich nicht mit der Sicherheit ihrer Konten, auch wenn die landläufige Überzeugung eine andere ist.

Wann greift die Einlagensicherung?

Die gesetzlich vorgeschriebene Einlagesicherung schützt Giro- und Sparkonten sowie Tagesgeld- und Festgeldkonten bis zu einer Höhe von 100 000 Euro. Gezahlt wird aus einem Fond, den die deutschen Geldinstitute befüllt haben. Wie hoch die Gesamtsumme ist, ist geheim. Berechnungen ergeben jedoch einen Betrag von maximal fünf Milliarden, denen Geldeinlagen von 2,9 Billionen gegenüberstehen. Für eine systemische Krise des Banksektors ist die Einlagensicherung also nicht gewappnet. Ist der Topf leer, ist Schluss. Einen garantierten Anspruch auf eine Ausgleichszahlung gibt es nicht.

Bild © moonrun – Fotolia.com




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