Minuszinsen und Geldrückhaltegebühr: Was kommt auf uns zu?

Anfang Juni 2014 ging eine Schreckensmeldung durch die Medien: Die EZB erhebt einen negativen Zinssatz auf das Geld, welches Banken bei ihr parken. Der Leitzins hingegen liegt im Mikrobereich, ist aber immerhin noch Plus. Was soll das werden?

Europäische UnionNicht nur Sparer sind verunsichert. Das Modell der privaten Altersvorsorge, die sich durch eine saftige Rendite lohnt, ist ein Witz. Viele haben Angst, dass es bald auch Negativzinsen auf Sparguthaben gibt. Ganz unbegründet ist das nicht, auch wenn Politik und Geldhäuser erst einmal abwinken. Das taten sie am Anfang immer.

Die Inflation soll durch die Minuszinsen für die Einlagen der Bankgelder bei der EZB angetrieben werden. Sie sollen ihr Geld nicht parken, sondern in den Wirtschaftskreislauf bringen. Viele Sparer haben Angst, dass auch ihre Bestände bei der Bank bald von Minuszinsen betroffen sein könnten. So Unrecht haben sie damit nicht. Die Pläne der Banken muten uns heute noch skurril an, sind aber vielleicht übermorgen bereits Realität. Übrigens schlagen Wirtschaftswissenschaftler sogar bereits vor, in Bargeld einen Chip einzubauen. Dieser zeigt an, wie lange das Geld nicht in Umlauf war, und beim Einkauf oder der Abgabe wird eine Gebühr vom Wert des Geldscheins erhoben. Geldbunkern unter dem Kopfkissen ist damit also dann auch keine Möglichkeit. Das Schwundgeldsystem würde alle Lebensbereiche erfassen. Die Geldrückhaltegebühr würde es entwerten.

Ist das alles tatsächlich Zukunftsmusik? Noch vor wenigen Jahren wurden derartige Szenerien von Politikern und Geldhäusern als lächerliche Panikmache angetan. Heute ist der Minuszins schon einmal da, wenn auch nur für die Bank. Es bleibt zu erwarten, was in einigen Jahren sein wird.

Bild © moonrun – Fotolia.com

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