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In Deutschland unterscheidet man zwei Formen der Krankenversicherung. Dies ist zum einen die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und zum anderen die private Krankenversicherung (PKV). Die Krankenversicherungen unterscheiden sich sowohl im Bereich der Beitragsberechnung wie auch in der Kostenerstattung sowie den Leistungen.



Gesetzliche oder Private KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung gehört zur deutschen Sozialversicherung und ist demnach für Arbeitnehmer und Rentner eine Pflichtversicherung. Mehr als 87 Prozent der Bürger sind daher Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, die vor allem eine medizinische Grundversorgung verspricht, um für die Gesundheit der Menschen zu sorgen. Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung wird im Sozialgesetzbuch V festgelegt und kann von der Bundesregierung bei Bedarf geändert und sogar reduziert werden. Diese Reduzierungen wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach notwendig, da die Finanzierung der GKV andernfalls nicht hätte gesichert werden können. Der einzelne Versicherte hingegen hat keinen Einfluss auf den Leistungsumfang.

Ebenso wie die Leistungen wird auch der Beitrag von der Politik bestimmt. Aktuell besteht ein einheitlicher Beitragssatz in Höhe von 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens, der an den Gesundheitsfonds abgeführt und von dort an die Krankenkassen verteilt wird. Dieser Beitrag ist von den Versicherten allerdings nicht allein zu finanzieren, sondern die Arbeitgeber beteiligen sich. Sie übernehmen 7,3 Prozent des Bruttoeinkommens, die restlichen 8,2 Prozent übernehmen die Arbeitnehmer selbst. Durch die Koppelung des Beitrages an das Bruttoeinkommen steigen die Beiträge natürlich mit höheren Einkommen. Um die Belastung zu begrenzen, wurde die so genannte Beitragsbemessungsgrenze eingeführt. Lediglich Einkommen bis zu dieser Grenze (aktuell 3.825 Euro) wird für die Beitragsberechnung zugrunde gelegt. Höhere Einkommensteile hingegen bleiben unberücksichtigt.

Die private Krankenversicherung

Im Unterschied zur GKV ist die private Krankenversicherung keine gesetzliche Pflichtversicherung. Sie kann von allen Menschen in Anspruch genommen werden, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind. Eine private Versicherung ist daher sowohl für Selbstständige wie auch für Freiberufler und Beamte möglich. Arbeitnehmer hingegen dürfen erst dann in die PKV wechseln, wenn ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, die für 2012 auf 50.850 Euro festgelegt wurde.

Im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen bei der PKV in einem individuellen Vertrag zwischen dem Versicherungsnehmer und der Versicherung vereinbart. Einseitige Änderungen sind daher nicht möglich, die Versicherung gewährleistet vielmehr, dass die vertraglich vereinbarten Leistungen auch tatsächlich erbracht werden.

Auch in der Beitragsberechnung gibt es deutliche Unterschiede. Die PKV nutzt für die Ermittlung der Versicherungsbeiträge nämlich nicht das aktuelle Einkommen, sondern Faktoren wie das Alter, das Geschlecht sowie den Versicherungsumfang. Damit können Versicherte selbst Einfluss auf den Versicherungsbeitrag nehmen. Vor allem junge und gesunde Menschen können sich hier günstig versichern. Anders als bei der GKV spielt bei der PKV allerdings der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle. Bei vorhandenen Vorerkrankungen ist es den Versicherungen möglich, Prämienaufschläge zu berechnen oder den Versicherungsantrag abzulehnen.

Letztlich finden sich auch Unterschiede in der Abrechnung der in Anspruch genommenen Leistungen. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden diese nach Vorlage der Versichertenkarte von der Krankenkasse vollständig übernommen. Versicherte müssen lediglich die jeweilige Praxisgebühr sowie die gesetzliche Zuzahlung für Medikamente übernehmen. Bei der privaten Krankenversicherung erfolgt eine separate Rechnungsstellung durch den Arzt. Diese Rechnung wird dann vom Versicherten bezahlt und anschließend bei der Krankenversicherung zur Kostenerstattung eingereicht. Zuzahlungen sind grundsätzlich nicht notwendig, da die PKV alle Leistungen vollständig trägt. Sollte der Versicherte einmal keine Leistungen im Kalenderjahr nutzen, erhält er eine Beitragsrückerstattung und wird so belohnt.

Bild © Bernd_Leitner – Fotolia.com




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1 Kommentar

  1. Thorsten sagt:

    Schöner Beitrag, auch wenn nicht alle Details richtig sind. So kann ich mich auch als Student privat versichern, wenn ich mich von der Versicherungspflicht befreien lassen während meines Studiums! Davon ist in Ihrem Beitrag leider nichts zu lesen.

    Viele Grüße
    Thorsten

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