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Je länger die Finanzkrise dauert, desto häufiger wird danach gefragt, welche Formen der Kapitalanlage sich in der Folge als Gewinner und welche als Verlierer herausstellen werden.



Formen der Kapitalanlagen in der FinanzkriseDie gegenwärtige Politik der Stützung Staat und Wirtschaft durch die Notenbanken führen zu einer Erhöhung der Geldmenge oder anders gesagt, es wird mehr Geld gedruckt und in Umlauf gebracht, als Werte in der realen Wirtschaft entstehen. Da die Notenbanken der lahmenden Wirtschaft gleichzeitig mit einer Niedrigzinspolitik zu helfen versuchen, ist für Geldvermögen in dieser Krise auch kein Ausgleich durch erhöhte Zinsen zu erwarten. Geldvermögen könnten deshalb in der Folge der Finanzkrise die deutlichsten Verlierer sein, weil die sich die Geldentwertung durch Inflation bei Geldvermögen am unmittelbarsten bemerkbar macht.

Europäische Staatsanleihen

Europäische Staatsanleihen sind in dieser Finanzkrise das ganz große Thema. Diese machen zwar außer im Fall Deutschlands durch hohe Zinsen von sich reden. Niemand kann jedoch in der derzeitigen Situation abschätzen, wie sicher Staatsanleihen auf Dauer sein werden. Die Frage ist, ob die betroffenen Staaten einerseits ihre Haushalte gesundschrumpfen und trotzdem gleichzeitig für Wachstum sorgen können. Nur wenn beides gelingt werden ausreichend hohe Steuermittel zur Bedienung der Gläubiger von Staatsanleihen vorhanden sein und europäische Staatsanleihen landen auf der Gewinnerseite.

Rohöl

Am Beispiel Rohöl kann man gut die Entwicklung von Industrie-Rohstoffen beurteilen. Je tiefer Europa und andere Regionen der Welt in die Finanzkrise rutschen, desto stärker sinkt der Preis für Rohöl. Da Rohöl auf Terminmärkten gehandelt wird, nimmt diese Preisentwicklung die Erwartungen für die Konjunkturentwicklung vorweg. Bei einem Rückgang der Konjunktur sinkt der Bedarf an Energie und damit geht die Nachfrage nach Rohöl zurück. Deshalb steht Rohöl und damit auch viele andere Rohstoffe krisenbedingt ebenfalls auf der Liste der Anlage-Verlierer.

Aktien

Aktien gelten bei vielen Anlegern als Gewinner. Eine Kapitalanlage in Aktien hat den Vorteile dass man in realwirtschaftliches Vermögen investiert. Damit ist die Gefahr des Vermögensverlustes durch Inflation weniger stark. Bei Aktien droht dem Kapitalanleger eher Gefahr durch den Verlust von Märkten und Absatz des Unternehmens. Typischerweise werden krisenbedingte Wertverluste besonders in der Finanzwirtschaft erwartet, was sich in deren global fallenden Kursen auch in der Realität wiederspiegelt. Realwirtschaftlich aufgestellte Unternehmen, wie die Automobilindustrie, Hersteller von Elektronik usw. die vom globalen Bevölkerungswachstum und dem steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern leben, sind hingegen in der Anlegergunst gewachsen und stehen mehrheitlich auf der Gewinnerseite.

Gold

Angesichts der Krisenängste haben sich bereits viele Anleger in Gold geflüchtet. Gold ist zwar besonders inflationssicher, zahlt aber keine Zinsen, wirft also eine laufenden Erträge ab. Andererseits ist es sehr fungibel, denn es kann anders als eine Immobilie leicht transportiert und auch wieder zu Geld gemacht bzw. gegen andere Sachwerte getauscht werden. Es fällt trotzdem schwer, Goldanlagen eindeutig der Gewinnerseite zuzuordnen, weil der spekulativ getriebene hohe Einstandspreis derzeit einen Erhalt des eingesetzten Geldwertes keinesfalls garantiert.

Immobilien

Immobilieninvestitionen sind in Laufe der Krise nicht nur in Deutschland als Kapitalanlage immer beliebter geworden. Das gilt sowohl für Gewerbeimmobilien, als auch für private Immobilien. Die Erhöhung der Nachfrage hat aber besonders in gefragten Lagen mittlerweile für hohe Einstiegspreise gesorgt. Die selbstgenutzte Immobilie hat das beste Gewinnerpotential, da sich hier das Ergebnis der Geldanlage nicht nur in einem relativ inflationssicheren Vermögenswert, sondern auch noch in einem zusätzlichen, realen Nutzwert zeigt.

Bild © Udo Kroener – Fotolia.com




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