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Der geplatzte Eröffnungstermin für den Berliner Flughafen BER führte zu einem mittleren politischen Erdbeben. Bis in Regierungskreise sorgte das Desaster von Schönefeld für Diskussionen. Einige Politiker und der überwiegende Teil der Berliner forderten harte Konsequenzen. Doch der Aufsichtsratsvorsitzende Wowereit und sein Stellvertreter Platzeck scheinen die Affäre auszusitzen.



Flughafen BER: Platzeck übersteht Vertrauensfrage unbeschadet Wowereit und Platzeck genügt eine Rochade

Gespannt wartete die Öffentlichkeit auf die Reaktion der Politiker. Sie verblüfften mit einem unerwarteten Schachzug. Wowereit wird den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden zugunsten Platzecks aufgeben. Den Rücktritt vom Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin lehnte er jedoch entschieden ab und stellte sich im Senat erfolgreich der Vertrauensfrage. Heute tat es ihm Platzeck gleich. In Potsdam bestätigten ihn 55 von 87 Abgeordneten im Amt. Er feierte dies als Erfolg, seine Gegner bezeichneten das Prozedere jedoch als Farce. Die rot-rote Koalition in Brandenburg verfügt über 55 Landtagssitze, ein Scheitern der Vertrauensfrage war deshalb von vorneherein ausgeschlossen.

Wer ist verantwortlich für das Fiasko?

Einflussreiche Kreise halten Platzeck als Aufsichtsratsvorsitzenden für inakzeptabel. Möglicherweise übernimmt er den Posten nur kommissarisch, bis ein geeigneter Fachmann gefunden ist. Entschieden ist noch nichts. Kritiker werfen Platzeck vor, als langjähriger Vertreter Wowereits die jetzigen Probleme mitzuverantworten. Seit Tagen schieben sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung die Schuld für die Misere zu. Verkehrsminister Raumsauer stellte sich heute hinter seine Politiker-Kollegen. Sie seien, so seine Haltung, unzureichend und falsch informiert worden. Zudem beschuldigte er die ausführenden Bauunternehmen am BER der Schlamperei. Nachdrücklich forderte er, die verantwortlichen Firmen auf hohen Schadensersatz zu verklagen.

Architekt greift Management an

Das erste Opfer der Berliner Bauprobleme war im Mai der Flughafen-Architekt Meinhard von Berkan. Sein renommiertes Architekturbüro hatte unter anderem das Großprojekt Berliner Hauptbahnhof geplant und realisiert. Berkan wehrt sich inzwischen gerichtlich gegen den öffentlich erhobenen Vorwurf massiver Fehlplanungen. Aus seiner Sicht ist das Management für die gravierenden Verzögerungen verantwortlich. Es hätte mit ständigen Umbauwünschen den Bauplan „regelrecht zerschossen“.

Bild © PhotographyByMK – Fotolia.com




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