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In Zeiten des knappen Geldes und schwindender Liquidität großer Banken erscheint die Methode des Crowdfunding als eine äußerst kreative Lösung, wenn nicht sogar als genialer Ausweg aus der Abhängigkeit traditioneller Geldgeber. Das Konzept ist, Internet sei dank, einfach und schnell erklärt: Jeder, dem die nötige Finanzierung für ein Projekt fehlt, kann sich über eine Webseite im World Wide Web Investoren suchen.



Finanzierung 2.0: Das CrowdfundingInzwischen ist die Anzahl der Seiten, die mittellosen Visionären eine Plattform bieten groß, die Auswahl riesig. Für beinah jede Art von Unternehmungen gibt es eine passende Seite im Netz, auf der Gelder für eine neue Geschäftsidee, ein Hilfsprojekt, die Produktion eines Kinofilms oder die Realisierung einer technischen Idee gesammelt werden können.

Im Internet

Dank Web 2.0 funktioniert das Einrichten eines Spendenaufrufs heute ebenso unkompliziert, wie die finanzielle Unterstützung per Mausklick. Auf den meisten Portalen ist das Einrichten eines Profils möglich, das dem Besucher verständlich erläutern soll, wofür wie viel Geld gesammelt werden soll. Im Gegenzug für eine Spende erhält der Wohltäter vom Einblick in die weitere Entwicklung des Projekts über exklusive Vorabveröffentlichungen bis hin zu Anteilen an der neuen Firma entweder handfestes Mitspracherecht oder eben nichts als das gute Gewissen, geholfen zu haben.

Erfolgreiche Beispiele

Das erste deutsche Unternehmen, dass dank Crowdfunding erfolgreich ist, ist der Online-Geschenkehandel cosmopol. Etwa hunderttausend Euro hat das Unternehmen für die Weiterentwicklung seines Onlineshops auf der Plattform seedmatch.de. gesammelt. Im Gegenzug erhielten Investoren klassische Anteile am Unternehmen. Eine andere Form findet sich im sozialen Bereich auf der Seite schulengel.de. Hier erhalten Schulen die Möglichkeit, über das Konzept des nordamerikanischen Fundraisings, Gelder für ihre Einrichtungen zu sammeln. Dazu findet die Schule ihre Unterstützer selbst zum Beispiel in der Elternschaft und wirbt dafür, über die Plattform online Einkäufe bei etablierten Internethändlern, wie zum Beispiel amazon zu tätigen. Mit jedem Einkauf erhält die Schule eine Provision, die sie für schulbezogene Ausgaben verwenden kann.

Kunst und Kultur

Im Bereich Kunst und Kultur wird das Crowdfunding ebenfalls rege genutzt. Im Angesicht der vielen wirtschaftlichen Einbußen, die das Internet der Branche in den vergangenen Jahren eingebracht hat, steckt hier das Potential für eine neue Zusammenarbeit zwischen Künstler und Technik. Auf sellaband.com können sich aufstrebende Musiker an ihre Fans wenden, um zum Beispiel die Finanzierung eines Albums zu ermöglichen. Im Gegenzug erhalten Investoren jede Form der kreativen Gegenleistung, zum Beispiel freie Downloads von einzelnen Songs, spezielle T-Shirts oder gar ein exklusives Wohnzimmerkonzert.

Forschung und Entwicklung

So ideal sich geistiges Eigentum durch Crowdfunding vermarkten lässt, so genial lassen sich Innovationen im technischen Bereich damit auf den Weg bringen. Auf quirky.com hat jeder die Möglichkeit, entweder Ideen für neue Produkte einzureichen oder aus einem Pool von Ideen über die abzustimmen, die als nächstes in die Tat umgesetzt werden sollen. Auf diese Weise wird ein neues Produkt noch während seiner Entwicklung populär und ist bereits bekannt, wenn es auf den Markt kommt. Umgekehrt erhalten erfolgreiche Erfinder einen Anteil an den Verkäufen ihres Produkts. Den Schritt von der Theorie in die Praxis geht dabei das Team hinter der Website, das sich vom Produktdesign bis zu Herstellung und Vermarktung um alles kümmern.

Die Idee

Crowdfunding hat sich längst zu einer modernen Form der Finanzierung vielseitiger Projekte etabliert. Im Vergleich zu klassischen Geldgebern erscheint diese Art des Fundings unkompliziert, wirtschaftlich erfolgreich und sozial gerecht. Crowdfunding macht keinen Unterschied zwischen der Art der Vorhaben, es prüft vorher nicht wie eine Bank die Kreditwürdigkeit des Unternehmers oder lässt sich vom kulturellen oder sozialen Hintergrund beeinflussen. Dennoch muss derjenige, der nach Geldgebern sucht, sich und seine Idee auf eine Weise darstellen, die ihm die Aufmerksamkeit einer Masse einbringt. Auf die erfolgreiche Vermarktung einer Idee kommt es also weiterhin an. Mit den Werkzeugen des Internets erscheint dies jedoch einfacher und zugänglicher denn je zuvor.

Bild © Thomas Weißenfels – Fotolia.com




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1 Kommentar

  1. Rene Klein sagt:

    Hallo!
    2011 waren es auf den deutschen Crowdfunding-Plattformen 170 erfolgreiche Projekte mit 458.000 €.
    Alle Zahlen, Daten und Fakten gibt es in unserem aktuellen Crowd funding-Monitor unter http://www.fuer-gruender.de/kapital/eigenkapital/crowd-funding/monitor/

    Beste Grüße

    René Klein

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