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Die vergangenen Monate waren von einer sehr ungewöhnlichen Entwicklung gekennzeichnet: Der Goldpreis und die Aktienmärkte zeigten gleichzeitig einen starken Aufwärtstrend. Dennoch scheint der Goldpreis nach wie vor ein guter Indikator für das Vertrauen der Anleger in die zukünftigen Kursentwicklungen an den Börsen zu sein und daher die konstant hohe Nachfrage nach Gold auf eine erhebliche diesbezügliche Skepsis hinzuweisen. Das scheinbare Paradoxon klärt sich rasch: Investitionen in Aktien werden zum erheblichen Teil mangels Alternativen getätigt.



Liquidität an den FinanzmärktenDie Zentralbanken stellen nach wie vor erhebliche Liquidität zur Verfügung, das Ende der Niedrig- oder sogar Nullzinspolitik ist noch nicht eingeleitet worden. Wenngleich dies mit dem Finanzbedarf der Realwirtschaft begründet wird, erreichen nur 20 bis 25% des in die Märkte gepumpten Geldes diese tatsächlich. Wohin also mit dem Rest? Die staatliche Nachfrage nach Krediten führt jedenfalls nur zu wenig Nachfrage auf den Kapitalmärkten. Angesichts der niedrigen Zinsen machen die Banken das Geschäft mit den Staatsanleihen lieber selbst, indem sie von der Möglichkeit Gebrauch machen, diese direkt als Sicherheiten bei der EZB zu hinterlegen. Dafür sind momentan 0,5 Prozent Zinsen zu zahlen, während die staatliche Verzinsung in Deutschland mehr als 3% beträgt. Die Differenz kann ohne jegliches Risiko als Gewinn verbucht werden. Warum also dieses Geschäft Privatanlegern überlassen? Dass auf diese Weise die Banken für die erhaltenen Staatshilfen sogar noch Zinsen für eben diese Hilfen von eben diesem Staat erhalten, ist eher eine irritierende Randerscheinung.

Die überschüssige in den Aktienmarkt investierte Liquidität verhalf dem DAX seit seinem Tiefstand von etwa 3700 punkten im März zu einem Zugewinn von fast 2000 Punkten. Unternehmensdaten rechtfertigen diese Kursgewinne von mehr als 50% nicht, hier werden momentan ausschließlich Erwartungen an die Zukunft gehandelt. Ein äußerst fragiles Konstrukt, wie die heftigen Reaktionen auf im globalen Maßstab eher zweitrangige Ergebnisse in jüngster Zeit zeigt. Als der Staatsfond von Dubai kürzlich um Zahlungsaufschub für fällige Zahlung in Höhe von etwa 3 Mrd. Euro bat, reagierten die Märkte mit kurzfristigen Verlusten von mehr als 3%.

Die Prognosen für die weitere Kursentwicklung sind dementsprechend weit gestreut, weil die heftigen Reaktionen der nervösen Märkte erhebliche Unsicherheiten bergen. Bleiben schlechte Nachrichten in der nächsten Zeit aus, kann die geplante Rückführung der Liquidität durch die Zentralbanken durchaus gelingen. Vorausgesetzt, dass sich die aktuelle Hausse an den Börsen nicht durch genau solche Nachrichten vorher als die nächste platzende Blase erweist.

Bild © Udo Kroener – Fotolia.com




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