Die Lebensversicherung zu Geld machen

Wenn Verbraucher unerwartet in Geldnöte geraten, bleibt ihnen oft nichts anderes übrig, als ihre kapitalbildende Lebensversicherung zu Geld zu machen. Dafür stehen ihnen grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Sie können die Lebensversicherung kündigen, sie an einen Policenhändler verkaufen oder aber auch beleihen. Nicht alle drei Verfahren, mit Hilfe der Lebensversicherung an die dringend benötigte Mittel zu kommen, sind gleich empfehlenswert.

Die Lebensversicherung zu Geld machen - Lebensversicherung verkaufenKündigung der Lebensversicherung

In der Regel ist die Kündigung der Lebensversicherung der einfachste, aber leider auch der am wenigsten empfehlenswerte Weg, an das in der Versicherung gebundene Geld zu kommen. Denn dann erhält der Kunde von der Versicherungsgesellschaft lediglich den Rückkaufwert. Dieser ist insbesondere bei Verträgen, die noch nicht über eine längere Zeit bestehen, ausgesprochen niedrig. Versicherungsgesellschaft ziehen in der Regel von den Beiträgen der ersten Jahre die gezahlten Provisionen für die Vermittlung ab, so dass nach Berücksichtigung der Prämien für den Todesfallschutz wenig Geld zur Bildung eines Kapitalstocks übrig bleibt.

Verkauf der Lebensversicherung

Günstiger ist da schon der Verkauf der Lebensversicherung an spezialisierte Makler. Allerdings ist der Zweitmarkt für Lebensversicherungen in Deutschland nicht sehr groß und wenig transparent. So hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin Ende Februar vor unseriösen Policenaufkäufern gewarnt. Sie versprechen den Kunden unrealistisch hohe Rendite für den Verkauf ihrer Lebensversicherung, den diese dann in Form von Ratenzahlungen erhalten sollen. Leider haben sich schon einige Fälle ereignet, in denen diese schwarzen Schafe unter den Maklern für Lebensversicherungen einfach nach Zahlung der ersten Raten verschwanden. Der Kunde hat dann mit Zitronen gehandelt: Die Lebensversicherung hat er aufgegeben und dafür nur einen Bruchteil ihres Gegenwertes erhalten. Deswegen sollte man sich vor dem Verkauf einer Police gründlich über den Aufkäufer erkundigen. Handelt es sich dabei um einen vertrauenswürdigen Händler, kann man mit dem Verkauf der Lebensversicherung durchaus ein gutes Geschäft machen. Denn es werden Preise gezahlt, die bis zu zehn Prozent über dem aktuellen Rückkaufswert liegen können. Allerdings werden nicht alle Policen akzeptiert: Viele Aufkäufer fordern, dass zumindest ein Wert von 5.000 Euro, bei manchen auch mindestens 10.000 Euro erreicht sind. Auch hinsichtlich der Restlaufzeit des Vertrages gibt es Beschränkungen. Einige Aufkäufer bieten an, den Todesfallschutz der Versicherung weiterlaufen zu lassen.

Beleihung der Lebensversicherung

Hat die Lebensversicherung bereits einen gewissen Wert erreicht, kann es die beste Lösung sein, einfach ein Policendarlehen aufzunehmen. Dabei dient die Lebensversicherung als Sicherheit für einen Kredit. Sollte es zu Problemen bei der Rückzahlung kommen, kann im Notfall die Versicherung verwertet werden. Die Beleihung der Police ist insbesondere dann eine gute Alternative, wenn der Kunde absehen kann, dass es bald finanziell wieder bergauf gehen wird. Policendarlehen werden nicht nur von Kreditinstituten, sondern meist auch von den Versicherungsgesellschaften selbst gewährt. Ein Anruf bei der Versicherung reicht meistens, schon werden die Antragsunterlagen für den Kredit zugeschickt. Wer sich für diesen Weg entscheidet, verfügt schnell über die benötigte Liquidität, erhält aber seinen Versicherungsvertrag. Damit bleibt sowohl der Risikoschutz für die Angehörigen als auch der Kapitalaufbau für die eigene Altersvorsorge in vollem Umfang bestehen.

Fazit

Niemand sollte seine Lebensversicherung kündigen, ohne zuvor die Alternativen dazu geprüft zu haben. Ein Verkauf oder ein Policendarlehen können im Einzelfall wesentlich sinnvoller sein.

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