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Die Kleinanleger von Facebook sind wütend. Mark Zuckerberg, der Gründer und Chef von Facebook soll laut Spiegel Online einen Tag vor dem Börsengang des Social Network Unternehmens ein Aktienpaket veräußert haben und damit 111 Millionen Dollar seines Vermögens gerettet haben. Kurz danach stürzte der Kurs ab. Kleinanleger, die über die mögliche Entwicklung nicht informiert worden waren, erlitten große Verluste.



Das Facebook Debakel: Mark Zuckerberg spart Geld, Kleinanleger verlieren Der verpatzte Börsengang von Facebook

Das Image von Mark Zuckerberg hat in den letzten Tagen stark gelitten. Enttäuschte Kleinanleger mussten erfahren, dass der Chef des Online-Netzwerks am 18. Mai, einem Tag vor dem Börsengang von Facebook ein Aktienpaket im Wert von 720 Millionen Dollar veräußert hat. Zu diesem Zeitpunkt lag der Preis der Aktie bei 38 Dollar. In den darauffolgenden Tagen stürzte der Kurs auf 32 Dollar ab. Durch die Differenz hat Zuckerberg laut Zeitung Independent mehr als hundert Millionen Dollar seines Vermögens gerettet. Die erste Woche eines spektakulären Börsenflops findet in dieser Nachricht ihren Höhepunkt. Die Aktion soll zwar vorher angekündigt worden sein, aber die Enttäuschung der Anleger ist verständlich. Dazu kommt, dass Großanleger und am Börsengang beteiligte Banken angeblich rechtzeitig darüber informiert wurden, dass Facebook mit einem Kursverlust rechnet. Das Online-Netzwerk sieht sich mittlerweile schon mit Klagen konfrontiert. Die Großanleger cancelten daraufhin ihre Kaufaufträge, während die weniger gut vernetzten Kleinanleger Aktien kauften- und damit heftige Verluste erlitten.

Entschädigung für die Kleinanleger?

Angeblich gibt es Pläne der beim Börsengang von Facebook federführenden US-Großbank Morgan Stanley, einige der Anleger zu entschädigen. Der Bank wird vorgeworfen, nur einen kleinen ausgesuchten Kreis von Anlegern über die gesenkten Umsatzerwartungen bei Facebook informiert zu haben. Zurzeit werden die Ansprüche der Kläger geprüft. Das ist zumindest eine kleine Hoffnung für die enttäuschten Investoren von Facebook. Private Kunden, die die Aktie vor dem Kursabsturz zu teuer gekauft haben, sollen eine Entschädigung erhalten. In welcher Höhe die Zahlungen ausfallen sollen, ist noch nicht bekannt. Mittlerweile interessieren sich auch einige amerikanische Finanzmarkt-Aufsichtsbehörden für das Börsendebakel von Facebook. Falls entschieden wird, dass eine Anhörung stattfindet, müsste Mark Zuckerberg persönlich vor dem US-Bankenausschuss erscheinen und Licht in den dubiosen Börsengang bringen. Für die Facebook-Investoren, die viel Geld verloren haben, dürfte das nur ein geringer Trost sein. Facebook hat mittlerweile seinen Abwärtstrend zwar beendet, die Aktie liegt aber mit ca. 33 Dollar noch immer weit unter ihrem Ausgabepreis von 38 Dollar. Innerhalb von einer Woche ist das Unternehmen von 104 Mrd. auf 90 Mrd. Dollar zusammengeschrumpft.

Risiko am Aktienmarkt

Das Facebook Debakel ist nur ein Fall von vielen, wenn es um Börsengänge geht, bei denen Kleinanleger ein Vermögen verlieren. Der Musterprozess gegen Telekom, der in diesem Monat nach vielen Jahren zu Ende ging, ist ein Beispiel aus Deutschland. In diesem Prozess forderten 17.000 Kleinanleger von der Deutschen Telekom Schadenersatz- die Klage wurde abgewiesen. Kleinanleger als Zielgruppe werden zwar häufig umworben und als Investoren angelockt, es stellt sich jedoch immer wieder heraus, dass sie die schwächste Anlegergruppe sind. Gut vernetzte Großinvestoren oder Banken verfügen über Informationen, die sie weitergeben oder auch zurückhalten können. Bei Börsengängen und Insolvenzen zeigt sich in einer für unsere Marktwirtschaft typischen Weise, dass Kleinanleger die Verluste des Unternehmens zu tragen haben, während gut informierte Großinvestoren, Banken und Firmenchefs ihre Haut retten.

Bild © MacX – Fotolia.com




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