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Wer glaubt, dass seine Daten im Cloud-Speicher von Microsoft sicher sind, der wurde jetzt eines besseren belehrt. Durch einen Hinweis des Unternehmens wurde erst kürzlich bei einem Nutzer eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Microsoft hatte bei der Durchsuchung eines OneDrive-Nutzers eine Datei gefunden, die auf Kinderpornografie hinwies.



InternetDieser Fall belegt, dass der Cloud-Speicher ganz und gar nicht privat ist. Microsoft untersucht routinemäßig die Cloud-Speicher auf fragwürdige Inhalte. Im besagten Fall hatte das Unternehmen den Fall an das „Center for Missing and Exploited Children“ in den USA gemeldet. Diese Behörde verständigte daraufhin die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft, die eine Hausdurchsuchung bei dem Betroffenen veranlasste. Microsoft betonte in einer Stellungnahme, dass ein US-Gesetz sie dazu verpflichtet, die Inhalte im Cloud-Speicher zu kontrollieren und bei fragwürdigem Inhalt dieses auch den US-Behörden zu melden. Allerdings gäbe es in Deutschland keine rechtliche Grundlage dazu, wie der Anwalt des Betroffenen betonte. Ein Sprecher der Telekom bestätigte diese Aussage.

Diese aktuelle Situation zeigt deutlich, wie sehr amerikanische Unternehmen ohne eine rechtliche Grundlage einfach in den Daten der Nutzer „herumschnüffeln“ können. Aber der Vorfall zeigt auch, dass die Daten im OneDrive nicht vor fremden Augen geschützt sind. Anhand von Kinderpornografie ist es natürlich ein wirksames Instrument, um diesem Treiben endlich Einhalt zu gebieten. Es zeigt jedoch auch, wie schnell ein unberechtigter Verdacht entstehen kann. So mancher Nutzer wird sich jetzt fragen, ob er denn die Urlaubsfotos seiner Familie in den Cloud-Speicher stellen wird, um nicht fälschlicherweise der Kinderpornografie verdächtigt zu werden. Die Gerichte werden sich sicherlich mit dem aktuellen Fall befassen müssen.

Bild © phecsone – Fotolia.com




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