iPhone 5: Das wichtigste Feature fehlt

Das iPhone 5 bringt einige Neuerungen, doch in wesentlichen technischen Innovationen ist es bereits heute nicht mehr zeitgemäß. Wer sich überlegt, ein neues Smartphone anzuschaffen, der sollte nicht unbedingt dem Hype der Markteinführung folgen. Bei NFC wird er sonst abgehängt.

iPhone 5: Das wichtigste Feature fehltWas ist NFC- was ist daran so wichtig?

NFC ist eine Abkürzung. Sie entstammt der englischen Sprache und steht für „near field communication“. NFC ist ein internationaler Übertragungsstandard, um kontaktlos Daten auszutauschen. Der Chip wird dafür in die Nähe eines Lesegerätes gehalten, etwa 4 cm – 10 cm entfernt. Genutzt wird diese Technik gegenwärtig für bargeldlose Zahlungen kleinerer Beträge. In Deutschland ist diese Art der Bezahlung erst im Kommen. Sie wird zukünftig immer weitere Verbreitung finden. Mit dem girogo, wie die NFC-Technik bei Sparkassenkarten bezeichnet wird, kann beispielsweise das Touch&Travel- System genutzt werden.

In anderen Ländern geht die Verbreitung von NFC viel weiter. In Singapur kann mit der Buskarte auch die U-Bahn, das Parkhaus, die Straßengebühren und vieles mehr gezahlt werden. Diese Nutzbarkeit einer Karte für alles, die ist seit vielen Jahren Normalität in diesem Staat. Das iPhone 5 verzichtet, im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Handys, auf dieses Feature. Wer sich erst einmal an die Bequemlichkeit dieser Zahlungsmethode gewöhnt hat, der möchte darauf nicht mehr verzichten.

Er würde wieder in der Schlange vor dem Ticketautomaten stehen, die Zahlungsautomaten im Parkhaus suchen müssen und andere Unliebsamkeiten. Moderne Handys besitzen diese Zahlfunktion und machen die Kreditkarte und Bargeld vielfach überflüssig.

Sicher zahlen, ohne ausspioniert zu werden

Google-Wallet ist die Antwort auf die offenen Fragen der Datensicherheit durch NFC-Zahlungen per Smartphone. Alle gängigen Kreditkarten können, für diese Innovation der bargeldlosen Zahlung, genutzt werden. Die Kreditkartendaten sind nun nicht mehr auf dem Smartphone gespeichert. Sie werden auf speziell geschützten Servern von Google verwaltet. In den USA, wo diese Zahlungsweise bereits möglich ist, wird der neue Service bereits an über 200.000 Terminals angeboten. Die Einführung in Europa ist daher nur noch eine Frage der Zeit.

Der tägliche Mehrwert durch NFC

Der tägliche Mehrwert durch NFC, der mag sich in Europa noch nicht jedem erschlossen haben. Doch es gibt viele Anwendungsbereiche, bei denen NFC ein kleiner nützlicher Helfer ist. Ein Beispiel aus der Praxis kann den Nutzen durch Bequemlichkeit näher bringen.

NFC-Sticker lassen sich mit dem eigenen Smartphone leicht programmieren. Geht ein Vertreter zum Kunden, so möchte er natürlich nicht durch Anrufe gestört werden. Er kann es manuell auf „lautlos“ stellen und nach dem Besuch wieder aktivieren – oder es nicht selten vergessen. Alternativ programmiert er zwei NFC-Sticker und klebt sie einfach in die Aktentasche. Zum Kundengespräch aktiviert ein Sticker die Stummschaltung. Beim Herausnehmen sorgt der andere Sticker wieder für den Normalbetrieb.

Viele Dokumentationsarbeiten können ebenfalls durch NFC entfallen. ENAiKOON hat beispielsweise in diesem Monat (September 2012) eine Applikation veröffentlicht, die den inViu NFC-tracker mit Backend-Geschäftsanwendungen verknüpft. Orts- und Zeiterfassungen werden, für den Tätigkeitsbericht, automatisch (ohne GPS) erfasst und in Echtzeit an den Server weitergeleitet. Die Arbeitsersparnis ist für Außendienstler, die oft nach Feierabend Berichte verfassen müssen, enorm.

Fazit

Beim Kauf eines neuen Smartphones sollte nicht das Prestige der Marke den Ausschlag geben. Das iPhone 5 unterstützt den zukunftsorientierten NFC-Standard nicht. Mit der fehlenden kabellosen Lademöglichkeit, da mag man leben können. Ohne NFC verliert ein Smartphone jedoch viel seines möglichen Mehrwertes als Arbeitserleichterung.

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