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Das Berliner Sechstagerennen ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Radsportveranstaltung ihrer Art. Bereits im Jahr 1909 fand die erste Auflage statt, allerdings noch in den Ausstellungshallen am Zoo. Es gewannen die beiden Amerikaner Floyd MacFarland und Jimmy Moran. Der Zuspruch der Besucher war von Beginn an groß, weshalb die Veranstaltung fortan mindestens einmal pro Jahr durchgeführt wurde.



Berliner SechstagerennenDer Veranstaltungsort wechselte 1911 in den Sportpalast, der erst kurz zuvor erbaut wurde. Zwischen 1915 und 1918 setzte das Sechstagerennen wegen des Ersten Weltkriegs aus. Im Jahr 1922 wurde, um die Spannung des Wettbewerbs zu erhöhen, die so genannte Berliner Wertung eingeführt. Danach erhielten die Fahrer zusätzliche Punkte, wenn sie einen Zwischenspurt gewannen. Kurze Zeit später übernahm der Weltradsportverband UCI dieses Punktesystem für alle Sechstagerennen, die unter seiner Regie stattfanden.

Bei der Veranstaltung im Jahr 1924 stellten die beiden Berliner Fahrer Richard Huschke und Franz Krupkat einen Weltrekord auf, indem sie in den sechs Tagen insgesamt 4544,2 Kilometer bewältigten. Diese Bestmarke wird bis in alle Ewigkeit Bestand haben, da seit den 1960er Jahren kein Sechstagerennen mehr über die vollen 24 Stunden eines Tages ausgetragen wird. Wegen der Diktatur der Nazis sowie dem Zweiten Weltkrieg und seiner Folgen fand das Berliner Sechstagerennen zwischen 1935 und 1948 nicht statt, nach einer Pause von 15 Jahren kam es erst 1949 zur 31. Auflage. 1953 musste das Rennen vorzeitig abgebrochen werden, da drei Fahrer bei Stürzen tödlich verunglückten. Im Jahr 1958 holte Klaus Bugdahl den ersten seiner insgesamt neun Siege in Berlin, was ihn bis heute zum Rekordgewinner macht.

Mit dem Abriss des Sportpalasts im Jahr 1973 wechselte das Sechstagerennen in die Deutschlandhalle, wo es bis 1996 stattfand. Seitdem ist das Velodrom an der Landsberger Allee das Zuhause der Veranstaltung. Im Jahr 2011 wurde ein Jubiläum gefeiert, als nämlich das 100. Berliner Sechstagerennen ausgetragen wurde.

Das diesjährige Rennen ist die 103. Auflage der Veranstaltung. Eröffnet wurden sie am 23. Januar, den Startschuss gaben die beiden Fußball-Legenden Franz Beckenbauer und Uwe Seeler zusammen mit Frank Henkel, dem Berliner Senator für Inneres und Sport. Am Hauptwettbewerb nehmen 16 Teams aus jeweils zwei Radrennfahrern teil. Zu den Teilnehmern gehört unter anderem der Franzose Vivien Brisse, der 2013 Weltmeister im Zweier-Mannschaftsfahren wurde. Außerdem nehmen die beiden Spanier David Muntaner und Albert Torres am Rennen teil, die sich bei der WM die Silbermedaille sichern konnten. Auch Robert Bartko, zweifacher Olympiasieger von 2000 und Liebling des Publikums, geht an den Start.

Neben dem Hauptrennen gibt es eine Damenkonkurrenz, in der 15 Fahrerinnen antreten, einen Wettbewerb für Sprinter mit sechs Teilnehmern sowie den Weltpokal der Steher, an dem sieben Fahrer teilnehmen. An allen sechs Tagen finden in jeder Klasse mehrere Rennen statt, in denen die Teilnehmer um Punkte fahren. Obwohl selbstverständlich die sportlichen Leistungen der Athleten die entscheidende Rolle für die Veranstaltung spielen, kommt auch die Unterhaltung im Velodrom nicht zu kurz. Jeden Abend treten verschiedene Musik-Acts wie die Arena-Band Rachel Against The Machine in der Showhalle auf und sorgen für ausgelassene Stimmung unter den 75.000 Besuchern, die an den sechs Tagen der Veranstaltung erwartet werden.

Bild © Andreas Wechsel – Fotolia.com




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