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In den Umfragen lag Alexis Tsipras schon seit Wochen weit vorn in der Gunst seiner Landsleute. Nun siegte der Chef des linken Bündnisses Syriza bei der Wahl in Griechenland. Knapp verfehlte er dabei die absolute Mehrheit, doch das konnte sein Tempo nicht drosseln. Nach nicht einmal 24 Stunden präsentierte er einen Koalitionspartner, mit dem kaum ein Beobachter gerechnet hatte. Gemeinsam mit der rechten Partei Unabhängiges Griechenland will er sein Land in eine gute Zukunft führen.



GreichenlandTsipras: Schluss mit der Sparpolitik

Die Wahl in Griechenland sorgt in Brüssel für Irritationen und besorgte Gesichter. Zu absolut war das Wahlprogramm mit dem der charismatische Tsipras seine Landsleute überzeugte. Er kündigte an, die Zusammenarbeit mit der Troika einzustellen, einen Schuldenschnitt zu erzwingen sowie verarmten Bevölkerungsschichten ein besseres Leben zu ermöglichen. Das zusammengebrochene Gesundheitssystem soll wiederhergestellt, Wohnzuschüsse gezahlt und Tausende neuer Jobs geschaffen werden. Dafür werden Milliarden gebraucht. Doch sollte das Land, wie angekündigt, weder seine Kredite weiter bedienen noch beschlossene Reformen durchsetzen, werden die EU und andere Geldgeber ihre Hilfszahlungen einstellen.

Trotz dieser offensichtlichen Widersprüche haben die Griechen Tsipras und damit möglicherweise den Ausstieg aus dem Euro gewählt. Denn schon kurz nach der Wahl signalisierten die wichtigsten Geberländer Deutschland, Finnland und die Niederlande, dass sie auf der Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen bestehen werden.

Die Nation steht an erster Stelle

Die ungewöhnliche Allianz zweier Parteien, die sich im politischen Spektrum diametral gegenüberstehen, resultiert aus der teilweise verzweifelten Lage der griechischen Bürger. In den letzten fünf Jahren ist das Durchschnittseinkommen um etwa 30 Prozent gesunken, die Arbeitslosigkeit liegt bei annähernd 25 Prozent. Renten und Gehälter wurden massiv gekürzt, viele Griechen sind ohne medizinische Versorgung.

Die neuen Regierungsparteien verbindet ein starkes nationales Interesse, das finanzielle Unabhängigkeit sowie spürbaren Wohlstand für die Griechen erreichen will. Doch mit der Forderung, die Sparpolitik aufzugeben und dennoch neue Kredite zu generieren, versucht sich Alexis Tsipras in der Quadratur des Kreises. Ein Ausstieg der Griechen aus dem Euro wird inzwischen als verkraftbar eingeschätzt, sodass seine Verhandlungsposition kaum noch als stark bezeichnet werden kann.

Bild © moonrun – Fotolia.com




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