Umstrittene Hinrichtung in den USA

Gut zwei Dutzend Hinrichtungen fanden im Jahr 2012 bis jetzt in den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Sieben, der zum Tode verurteilten, wurden in Texas hingerichtet. Aber keine der dies jährigen Hinrichtungen hat so viel Diskussionen ausgelöst wie die von Marvin Wilson.

Der 54 jährige wurde wegen der Ermordung eines V-Manns im Jahr 1992 vom Gericht in Texas zum Tode verurteilt. Die Anwälte des Mörders und verschiedene Menschenrechtsorganisationen versuchten bis kurz vor der Hinrichtung diese noch abzuwenden und stützten ihre Bemühungen auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 2002, in dem ein Gesetz erlassen wurde, dass die Hinrichtung geistig behinderter Menschen verbiete. In einem Intelligenztest hatte Wilson 61 Punkte erreicht und galt somit als geistig zurückgeblieben. Das Gericht wiederum argumentierte, dass der Test nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde, außerdem der Einzige war, auf den sich die Verteidigung stützte, und verwies auf die kriminellen Vergehen vor dem Mord, mit denen Wilson eindeutig bewiesen hätte, dass er nicht geistig zurückgeblieben ist. Dadurch, dass das 2002 erlassene Gesetz die Hinrichtung geistig behinderter Menschen zwar verbietet, die Feststellung und Definition ob eine Person aber wirklich geistig zurückgeblieben ist den einzelnen Bundesstaaten überlässt, griff dieses Gesetz in diesem Fall nicht, da das Gericht von Texas nicht der Meinung war, dass der Sträfling geistig behindert war.

Am Abend des 7. August 2012 (Ortszeit) wurde der zum Tode verurteilte Marvin Wilson in Texas durch die Giftspritze hingerichtet. Weitere neun Häftlinge aus dem zweit größten Staat der USA, Texas, sollen innerhalb der nächsten Monate ebenfalls hingerichtet werden.