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Seit vier Tagen strömen aus einem Leck der Bohrinsel „Elgin“ in der Nordsee unkontrolliert riesige Mengen Erdgas. Wegen drohender Explosionen wurden alle 238 Arbeiter unmittelbar danach evakuiert, auch die 19-köpfige Kernbesatzung, so dass die Förderplattform zur Zeit unbemannt ist. Verletzte gab es nicht. Der Betreiber Total erklärte, das Leck sei inzwischen gefunden worden. Man habe die zuständigen Institutionen informiert und ziehe jetzt Experten aus aller Welt zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.



Nach Die Plattform der Firma Total liegt ca. 240 Kilometer östlich von Aberdeen vor der schottischen Küste. Pro Tag werden hier mehr als 5 Millionen Kubikmeter Gas und mehr als 10 Millionen Kubikmeter Gaskondensat gefördert. Dieses hat auf der Meeresoberfläche einen Ölfilm von etwa 12 Quadratkilometern Fläche entstehen lassen. Laut Total ist Gaskondensat aber leichter und flüchtiger als Öl und die Schäden würden sich in Grenzen halten. Umweltexperten widersprechen und verweisen schon lange auf die großen Gefahren von Tiefseebohrungen. An der „Elgin“ strömt unter anderem Schwefelwasserstoff aus, der tödlicher ist als Kohlendioxid.

Das Gebiet um die Bohrinsel wurde weiträumig zur Sperrzone für alle Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge erklärt. Große Sorge bereitet eine weiterhin brennende, offene Flamme an der Spitze. Diese dient im Normalbetrieb dem Abfackeln überschüssiger Restgase. Kommt das aus dem Leck strömende Gas mit ihr in Berührung, folgt unweigerlich eine Explosion. Experten verweisen darauf, dass dann die Plattform zerstört wird und somit alle am Ort vorhandenen technischen Mittel für ein schnelles Beenden der Katastrophe verloren gehen. Eine eventuelle Entlastungsbohrung kann bis zu sechs Monate dauern.

Derweil stürzten die Aktienkurse von Total in den Keller. Die Verluste betragen 9 Prozent, das entspricht rund 7 Milliarden Euro. Da die Firma Shell wegen der Gefahren eine benachbarte Bohrinsel außer Betrieb genommen hat, fällt zur Zeit etwa ein Zehntel der Gasförderung in der Nordsee weg. Es drohen massive Preissteigerungen auf dem Gasmarkt.

Bild © stormarn – Fotolia.com




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