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Mit großem Engagement und hohem diplomatischen Einsatz versuchen die Australier, zwei zum Tode verurteilte Landsleute zu retten. In Indonesien, das bekannt ist für seine strengen Drogengesetze, wurden sie schon vor Jahren wegen Heroinschmuggel zum Tode verurteilt. Heute wurden Andrew Chan und Myuran Sukumaran unter hohen Sicherheitsvorkehrungen auf die Insel Nusakambangan geflogen, auf der alle im Land gefällten Todesurteile vollstreckt werden.



Australische Polizei in der Verantwortung

Seit Jahren strebt die australische Regierung eine Begnadigung an. Beeinflusst sind diese Bemühungen mit Sicherheit auch durch die Vorgeschichte des Falles. Unbestreitbar ist, dass die beiden 2005 versuchten, mehr als 8 Kilogramm Heroin von Bali nach Australien zu schmuggeln. Dieser Plan war den australischen Behörden bekannt. Sie verzichteten jedoch auf ein Eingreifen und überließen den Zugriff ihren indonesischen Kollegen. Damit war das Schicksal der Australier besiegelt.

Australien kämpfte mit allen Mitteln

Die Auseinandersetzung um die verurteilten Straftäter entzweit die Nachbarländer Indonesien und Australien zutiefst. Mit öffentlichen Appellen, Petitionen, prominent besetzten Großveranstaltungen und vielen Aktionen bekundete die australische Bevölkerung ihren absoluten Willen, die Verurteilten zu retten. Auch juristisch wurde jede Möglichkeit ausgeschöpft. Doch der indonesische Präsident lehnte die Gnadengesuche ebenso ab wie das oberste Gericht den Einspruch wegen angeblicher Verfahrensmängel. Zu einem Eklat wurde der Hinweis des australischen Premiers Tony Abbott auf die umfassende finanzelle Hilfe, die Indonesien nach dem verheerenden Tsunami von seinem Land erfahren habe. Seine unverblümte Aufforderung sich nun zu revanchieren, verbesserte die Situation der Verurteilten nicht.

Keine Sonderrechte für Ausländer

Schon vor einigen Wochen wurden mehrere Ausländer in Indonesien exekutiert. Zeitgleich mit den beiden Australiern sollen jetzt weitere Verurteilte aus Brasilien, Frankreich, Ghana und den Philippinen sterben. Ausgeführt werden die Urteile durch ein zwölfköpfiges Erschießungskommando. Nur drei der verwendeten Waffen sind dabei geladen, sodass niemand im Nachhinein nachvollziehen kann, wer wirklich getötet hat. In der indonesischen Bevölkerung wird die Todesstrafe mehrheitlich akzeptiert und die Einmischung von außen abgelehnt. Jeder Einreisende wird zudem schon am Flughafen umfassend über die strengen Strafen für Drogenschmuggel informiert.




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