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Die Brutalität der Kämpfer des Islamischen Staates ist tägliches Thema in den Medien, ihre gnadenlose Durchsetzungskraft sorgt für Entsetzen und Hilflosigkeit. Wie auch andere westeuropäische Staaten ist Deutschland mit einem Phänomen konfrontiert, das bisher von den Behörden nicht zu beherrschen ist. Immer mehr junge Männer verlassen die Bundesrepublik, um sich den Glaubenskriegern anzuschließen. Die neuesten Zahlen stellte nun der Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen vor.



SyrienTendenz stark steigend

Nach Angaben von Maaßen sind bisher 680 Unterstützer aus Deutschland Richtung Syrien aufgebrochen. 85 von ihnen sind dort zu Tode gekommen, etwa ein Drittel der Ausgereisten ist inzwischen wieder hier. Wie viele von ihnen an Kämpfen, Hinrichtungen und Folter beteiligt waren, ist nicht exakt zu überprüfen. Der Verfassungsschutz geht jedoch von 50 kampferprobten Rückkehrern aus. Nur gegen die wenigsten von ihnen lagen genügend belastbare Beweise vor, um sie in Haft nehmen zu können. Die anderen kehrten in ihr altes Leben zurück, immer eng verbunden mit der gut vernetzten deutschen Salafisten-Szene. Diese zählt aktuell 7300 Mitglieder, nur 3800 waren es im Jahr 2011. Die meisten von ihnen leben in NRW, Hessen und Berlin. Ihre bekanntesten Prediger Pierre Vogel, Sven Lau und Denis Cuspert vertreten eine radikale Auslegung des Korans und werden verdächtigt, kampfwillige Gläubige in ihrem Bestreben zu unterstützen.

Was fasziniert am Islamischen Staat?

Maaßen suchte erneut nach Erklärungen für die ungebrochene Anziehungskraft, die der Islamische Staat auf junge Gläubige ausübt. Warum animiert das auf Videos und Fotos dokumentierte Gemetzel, in Deutschland sozialisierte Jugendliche zur Reise in das Kampfgebiet? Der Verfassungsschutzpräsident nennt in erster Linie den ehemaligen Berliner Rapper Denis Cuspert als idealisierte Identifikationsfigur, der man es gleichtun will. Er inszeniert sich in seinen Musik-Clips als Herr über Leben und Tod, der einem hohen Ziel dient. Erst kürzlich rief er deutsche Salafisten auf, es den Attentätern von Paris zu folgen und „den Dreckigen ein Ende“ zu setzen. Seine Botschaften richten sich gezielt an junge Moslems und deutsche Konvertiten, die orientierungslos und auf Sinnsuche sind.

Bild © daboost – Fotolia.com




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