Informiert bleiben · Twitter · Facebook · Google+

Sie sind hier: Start » News »

Die Steueraffäre um Uli Hoeneß schlägt seit Wochen hohe Wellen. Die Reputation des mächtigen Chefs von Deutschlands erfolgreichstem Fußballverein ist schwer beschädigt. Kaum jemand hätte erwartet, dass der Aufsichtsrat der Bayern AG ihn in seiner Führungsrolle belässt, doch nun bestätigte ihn das hochkarätig besetzte Gremium in seinem Amt. Hoeneß bleibt, wie lange noch, ist allerdings unklar.



champions leagueUngläubig reagierte die Öffentlichkeit auf das, was kürzlich bekannt wurde: Der Saubermann des deutschen Fußballs hat Steuern im großen Stil hinterzogen. Von einem Schweizer Konto mit angeblich 500 Millionen Euro ist die Rede, dessen Zinsgewinne der Bayernchef nicht ordnungsgemäß versteuert hat. Durch eine Selbstanzeige im Januar versuchte er, den Schaden für sich zu begrenzen. Doch es sieht schlecht aus, eine Hausdurchsuchung und ein gegen Kaution ausgesetzter Haftbefehl sprechen eine eigene Sprache.

Die Finalspiele haben Vorrang

Der FC Bayern ist eine Aktiengesellschaft, die zu großen Teilen deutschen DAX-Unternehmen gehört und von renommierten Großsponsoren gefördert wird. Entsprechend besetzt ist der Aufsichtsrat, der über Hoeneß` Schicksal zu entscheiden hat. Die Vorstandsbosse von Audi, Telekom, VW und Adidas berieten sich zur Lage. Entgegen der allgemeinen Erwartung beließen sie Hoeneß im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden. Sie begründeten ihre Entscheidung mit den anstehenden wichtigen Finalspielen in Champions League und DFB-Pokal, auf die man sich im Interesse des Vereins ungestört konzentrieren müsse.

CSU in Affäre involviert

Vor dem Gespräch plädierte der bayrische Ministerpräsident Seehofer für den Verbleib Hoeneß` im Amt. Er begründete dies mit dem einmaligen Lebenswerk des Steuerhinterziehers. Seehofer ist wegen der Affäre selbst unter Druck, da durch die enge Verbindung der CSU mit dem FC Bayern alte Amigo-Vorwürfe neu aufgeflammt sind. Ungewöhnlich lange hatte es gedauert, bis die bayrische Justiz tätig wurde. Nicht wenige vermuten dahinter eine direkte Weisung aus der Staatskanzlei. Uli Hoeneß wird also in London und Berlin als Bayernchef auf der Tribüne sitzen, doch seine weitere Zukunft im Verein ist ungewiss. Der Aufsichtsrat wird die Causa danach wieder auf seine Agenda setzen.

Bild © Walter Luger – Fotolia.com




Ähnliche Artikel:


Kommentieren


Weitere Artikel:
Geldanlage im Jahr 2013
Etappensieg im Kampf gegen HIV

© 2009-2017 HC