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Stillstand beherrscht immer öfter die Mobilität des öffentlichen Verkehrs. Und dabei geht es immer wieder um die Frage nach einer Gehaltssteigerung und besseren Arbeitsbedingungen. Schimpfen die einen, haben andere für die Forderungen der GDL-Mitglieder gar Verständnis. Warum dem so ist, lässt sich auch anhand der aktuellen Studie „Stepstone Fachkräfteatlas“ ablesen.



BahnstreikHöheres Gehalt entscheidet über Mobilität

Nicht nur bei den Lokführern entscheidet ein besseres Gehalt darüber, was Fachkräfte zu leisten vermögen, wenn es um die Haltung der eigenen Mobilität auf dem Arbeitsmarkt geht. In der von Stepstone durchgeführten Studie wurden lediglich eine halbe Million Menschen befragt und dennoch ist das maßgeblich für den gesamten Fachkräftemarkt. Demnach ist der wichtigste Anreiz für einen Arbeitsplatz, der fernab der aktuellen Heimat liegt, eine Gehaltssteigerung, erst danach geht es um interessantere Arbeitsinhalte. Grundsätzlich ist die Mehrheit der Fachkräfte sehr wohl gewillt, die Heimat unter der Woche zu verlassen, um einen besseren Arbeitsplatz zu erhalten. Viele wünschen sich jedoch, am Wochenende wieder in heimischen Gefilden übernachten zu können. Dagegen können sich die wenigsten Fachkräfte, genau genommen zehn Prozent, vorstellen, sofort einen völligen Schnitt für eine neue Arbeit zu ziehen. Die persönliche Weiterentwicklung und die Chance innerhalb seines Fachbereiches aufzusteigen, ist für viele eher mittelmäßig wichtig. Schließlich, so lässt sich vermuten, bringe das nicht den schnellen Erfolg. Darauf ist die Wirtschaft zu häufig ausgelegt, es bedarf also einer nachhaltigen Planung und der Verbesserung einiger Strukturen, damit der oberste Anreiz ein anderer wird.

Öffentliche Wahrnehmung einer Dienstleistung

Zahlen Unternehmen faire Gehälter und rangeln nicht um jeden Cent, dürften sich die Proteste langsam legen. Das betrifft nicht allein den öffentlichen Verkehr, sondern auch andere Branchen wie das Hotelgewerbe. In diesem sind immer mehr sogenannte „Schwarze Schafe“ anzutreffen, die Menschen zu Dumpinglöhnen anstellen. Doch werden diese Proteste nicht so wahrgenommen wie in anderen Branchen. Es gibt in der Wirtschaft eben rentable Facharbeiten und welche, die auch ohne Facharbeiter auskommen, falls diese sich gegen die gegebenen Strukturen aufbäumen. Da spielt der Faktor „politischer Einfluss“ eine gewichtige Rolle. Wenn das öffentliche Leben, dank eines Streiks der Lokführer oder Piloten lahmgelegt wird, berührt das nicht eine oder zwei Personen, sondern Millionen im gesamten Land. Wenn eine Restaurantfachangestellte unwürdig entlohnt wird, schmeckt das servierte Menü in der Regel trotzdem. Ob die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, nach höheren Gehältern oder nach familienfreundlicheren Strukturen berechtigt sind, sollten sich alle Fachkräfte einfach selbst hinterfragen.

Schließlich bestätigt die Studie, dass nicht nur Lokführer gerne mehr zur Investition in Konsumgüter besitzen möchten. Dafür ist aber das Zusammenspiel zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern entscheidend. Denn nur wenn beide einen gemeinsamen Nenner finden, steht dem Wachstum auf Dauer nichts mehr im Wege.

Bild © Thaut Images – Fotolia.com




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