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Die Polizei wurde durch Anrufe aufmerksamer Autofahrer gewarnt und rückte sofort aus. Doch sie kam zu spät. Am frühen Sonntagmorgen kostete ein verheerender Unfall auf der A 46 bei Meschede fünf Menschen das Leben. Ein 24-jähriger Geisterfahrer ist für diese Tragödie verantwortlich.



Fünf Tote nach Geisterfahrt auf der A 46Gewollter Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit

Um 1.37 Uhr erreichte der Notruf die Polizei. Als sie einige Minuten später vor Ort war, konnte sie nicht mehr helfen. Ein 24-jähriger Mann war mit seinem BMW frontal in einen Skoda gefahren, in dem vier Personen saßen: ein Ehepaar und zwei Frauen, die, wie der Geisterfahrer, aus der Region stammten. Beide Wagen gingen sofort in Flammen auf. Eine aus dem Wrack befreite Frau starb wenig später im Krankenhaus. Der Fahrer des Unglückswagens und drei Insassen des anderen Fahrzeuges waren auf der Stelle tot. Die Bergung der Toten aus den völlig zerstörten Autos gestaltete sich schwierig. Die A 46 war 12 Stunden lang gesperrt.

Großes Polizeiaufgebot im Einsatz

Mit hohem Personalaufwand versuchte die Polizei, den Ablauf des Unglücks zu rekonstruieren. Sie behandelt die Unglücksstelle wie einen Tatort, Hubschrauber und Spurensuche waren im Einsatz. Auf diesem Streckenabschnitt der A 46 gibt es keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Durch die schweren Feuerschäden an beiden Wagen ist eine Bestimmung der Aufprallgeschwindigkeit schwierig. Klar ist inzwischen der Hintergrund des Zusammenstoßes. Aus dem familiären Umfeld des BMW-Fahrers verlautete, dass er seinem Leben ein Ende setzen wollte. Seine Opfer waren nach einer Feier auf dem Heimweg. Die Warnung über den Verkehrsfunk erreichte sie nicht mehr.

Sind Geisterfahrer zu stoppen?

Die Polizei erklärte die Problematik einer Geisterfahrt durch die „dynamische Situation“, in der sie abläuft. Auch bei sofortiger Reaktion ist ein Unfall nur selten zu verhindern. Sie setzt deshalb auf Warnhinweise an unübersichtlichen Auffahrten. Doch diese Maßnahmen schützen nur vor orientierungslosen Autofahrern, Amokfahrten von Selbstmördern sind kaum zu verhindern. In diesem Oktober kamen durch suizidale Geisterfahrer schon 13 Menschen ums Leben.

Bild © Volker Hammermeister – Fotolia.com




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