Informiert bleiben · Twitter · Facebook · Google+

Sie sind hier: Start » News »

Tätowierungen wurden in unserem Kulturkreis lange Zeit gesellschaftlich geächtet und nur mit Randgruppen assoziiert. Das ist vorbei. Besonders für die Jugend sind Tattoos alltäglich, jeder vierte unter 25 ist tätowiert. Unklar ist allerdings, wie groß die Gesundheitsgefährdung durch Tattoos ist. In Berlin fand nun die erste Konferenz zur Tattoo-Sicherheit statt.



TattoowierenExperten aus Neuseeland, den USA, Europa und Australien tauschten sich auf der Konferenz aus. Über die Langzeitfolgen, die Tattoos für den menschlichen Organismus haben, ist kaum Belastbares bekannt. Im Fokus der Wissenschaftler steht die Zusammensetzung der verwendeten Farben und die Körperreaktionen, die sie auslösen. Selbst wenn die Tätowierung später wieder entfernt wird, bleibt die Farbe dauerhaft im Körper. Erste gesetzliche Vorschriften für die Farben sind inzwischen in Kraft. Doch die Grauzone ist groß. Allein in diesem Jahr mussten fünf Tinten vom Markt genommen werden, die krebserregende Begleitstoffe enthielten.

Hautkrebsrisiko nicht bestätigt

Die Warnung vor Hautkrebs durch Tätowierungen hält der Regensburger Professor Bäumler für verfrüht. Erkenntnisse, die sie belegen sollen, stammen durchweg aus Tierversuchen und sind nicht seriös auf den Menschen zu übertragen. Entwarnung gibt er allerdings nicht. Krebs, so seine Meinung, braucht Zeit. Erst In 10 bis 15 Jahre bestehe Klarheit darüber, was die Farben im Körper auslösen. Eines weiß man jedoch schon heute: Die Farben wandern und lagern sich in anderen Körperregionen ab. Ein bevorzugter Bereich ist das Lymphsystem. Schon heute berichten Chirurgen von bunt eingefärbten Lymphknoten.

Allergische Reaktionen weit verbreitet

Eine Tätowierung ist immer eine Körperverletzung. Blut und Wundflüssigkeiten treten zwar nur in geringer Menge aus, können aber mit gefährlichen Krankheitserregern belastet sein. Häufig kommt es auch direkt nach der Tätowierung zu allergischen Reaktionen, die Juckreiz, Entzündungen und Hautausschläge verursachen. Auch wenn sie bei den meisten Betroffenen nach kurzer Zeit abklingen, manifestieren sie sich bei etwa acht Prozent der Tätowierten und sind dann langfristig kaum zu behandeln. Im Extremfall bleibt nur das Entfernen ganzer Hautpartien.

Bild © Haramis Kalfar – Fotolia.com




Ähnliche Artikel:


Kommentieren


Weitere Artikel:
Masern auf dem Vormarsch
Attac: Griechenlandhilfe ging überwiegend an Finanzbranche

© 2009-2017 HC