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Die finanzielle Unterstützung des schwer angeschlagenen Griechenlands sorgte von Beginn an für kontroverse Diskussionen. Seit im Jahr 2010 die ersten Hilfskredite bewilligt wurden, steht die Rettungsaktion in der Kritik. Der Hauptvorwurf der Gegner ist klar formuliert: Das Geld kommt internationalen Banken und nicht der Bevölkerung zugute. Nun veröffentlichte Attac eine Untersuchung, die tatsächlich belegt, dass mehr als zwei Drittel der Summe in den Finanzsektor flossen.



griechenlandDie globalisierungskritische Organisation untersuchte die Geldströme, die von den Beteiligten durchweg als Rettungspakete für Griechenland bezeichnet werden. Insgesamt 207 Milliarden Euro schwer ist diese Hilfsleistung bisher, ohne dass dem unbeteiligten Betrachter ihre Wirkkraft deutlich wird. Die griechische Wirtschaft liegt danieder, die Arbeitslosigkeit betrifft mittlerweile ein Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung und Renten und Gehälter wurden einschneidend gekürzt. Wo ist also das Geld geblieben? Attac schlüsselt es auf.

Bei der Bevölkerung kommt kaum etwas an

Von den 207 Milliarden gingen 58 Milliarden direkt an griechische Banken, die ohne diese Aufstockung ihres Eigenkapitals nicht überlebt hätten. 55 Milliarden wurden für auslaufende Staatsanleihen benötigt und mit 11 Milliarden kaufte die griechische Regierung Altschulden zurück. Um den später erfolgten Schuldenschnitt durchsetzbar zu machen, zahlte Griechenland an Investoren und Hedgefonds 35 Milliarden. Nach Überzeugung der österreichischen Attac-Aktivistin Mittendrein, retteten Angela Merkel und ihre europäischen Kollegen die Banken und die Reichen des Landes, darunter die Milliardärsfamilie Latsis, der große Teile der „Eurobank Ergasias“ gehören.

Berlin wehrt sich gegen die Angriffe

Nur knapp 47 Milliarden flossen direkt in den Staatshaushalt, 35 Milliarden verwandte die Regierung sofort zur weiteren Schuldentilgung. Was mit dem verbleibenden Geld geschah, konnte Attac nicht belastbar dokumentieren. Die Organisation vermutet, dass ein wesentlicher Teil des Geldes an den Verteidigungsetat ging, was Griechenland sofort dementierte. Auch weitere europäische Regierungen weisen die Vorwürfe zurück. So ließ Bundeskanzlerin Merkel ihren Sprecher erklären, dass das Geld mittelfristig in jedem Fall der Bevölkerung zugutekommen werde. Die Milliarden haben, so Berlin, der griechischen Regierung die Möglichkeit gegeben, den Haushalt zu sanieren und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit direkt anzugehen.

Bild © moonrun – Fotolia.com




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