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Am 9. Oktober wird die deutsche Regierungschefin das krisengeschüttelte EU-Partnerland Griechenland besuchen. Trotz ihres straffen Terminkalenders entschloss sich Angela Merkel überraschend, die wiederholt geäußerte Einladung der griechischen Regierung anzunehmen. Diese Entscheidung sorgte in beiden Ländern für großes Aufsehen. Über die Rettung der griechischen Staatsfinanzen gibt es in Griechenland und in Deutschland hart geführte Auseinandersetzungen.



Angela Merkels brisante Reise nach GriechenlandDie deutsch-griechische Freundschaft hat tiefe Risse

Beim Geld hört die Freundschaft auf, diese Binsenweisheit hat sich wieder einmal bestätigt. Über zwei Rettungspakete flossen Milliarden Euro nach Griechenland, ohne dass dies eine Stabilisierung der finanziellen Situation bewirkt hätte. Einzig die im Gegenzug geforderten Reformen haben zu sichtbaren gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Renten- und Lohnkürzungen sowie eine steigende Arbeitslosigkeit sorgen für Unruhe und Ausschreitungen. Verantwortlich für ihren permanent sinkenden Lebensstandard ist nach Ansicht vieler Griechen die deutsche Kanzlerin. Merkel-Karikaturen in Naziuniform und brennende deutsche Fahnen sind ein Ausdruck der weit verbreiteten Wut. Von der deutschen Bevölkerung werden diese Ausfälle mit Befremden und Verständnislosigkeit registriert. Sie sieht in den Zahlungen an das bankrotte Land eine Ursache für sich verschlechternde soziale Standards im eigenen Land.

Sicherheitsstufe 1 in Griechenland

Die radikalen griechischen Parteien haben für den Besuchstag ihre Anhänger zu Demonstrationen aufgerufen. 7000 Polizisten sollen die Sicherheit von Angela Merkel gewährleisten. Auch deutsche Institutionen wie die Botschaft und das Goethe-Institut werden streng bewacht. Ein solches Szenario gab es zuletzt 1999 beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton. Politische Beobachter rätseln über Merkels Motive für diese kurzfristig angesetzte Stippvisite, selbst geäußert hat sie sich dazu nicht. Noch sind die Kontrollen der Troika nicht ausgewertet, die frohe Botschaft über weitere Hilfszahlungen wird sie deshalb nicht im Gepäck haben. Ein bevorstehender Austritt Griechenlands aus der Währungsunion könnte möglicherweise der Hintergrund der Athenreise sein. Eine vor Ort ausgedrückte Solidarität mit der griechischen Bevölkerung soll, so wird spekuliert, Frau Merkel vor späteren Schuldzuweisungen schützen.

Bild © moonrun – Fotolia.com




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