Sommerzeit – Fahrradzeit: Eine kleine Typberatung

Der Sommer ist da – eine optimale Gelegenheit, sich wieder auf das Zweirad zu schwingen und so gleichzeitig etwas für Körper und Umwelt zu tun. Doch so manches ehemals treue Gefährt hat unter der Winterpause gelitten, manchmal ist eine Neuanschaffung unvermeidlich. Die Auswahl ist riesig, die Preisspannen sind ähnlich hoch und jeder behauptet von sich selber, die richtige Kombination aus Rahmen, Bremsen und Gangschaltung anzubieten. Wer sagt davon die Wahrheit und welcher Fahrradtyp ist aber gerade für Sie besonders geeignet?

FahrradhelmSportlich-schnell aber nicht bequem

Wer es eilig hat, der wird schnell mit einem Rennrad liebäugeln. Doch der Vorteil der höheren Geschwindigkeit wird mit einigen – teils gravierenden – Nachteilen erkauft. Das ist zuerst einmal der Preis – ein hochwertiges Rennrad ist wesentlich kostspieliger als etwa ein Tourenrad derselben Qualität. In der Praxis erweisen sich die Räder zudem als relativ wartungsintensiv – die fein abgestimmte Mechanik und die ultraleichten Komponenten begünstigen hohe Geschwindigkeiten, sind aber trotz moderner Materialien nur selten so robust und widerstandsfähig wie andere Bauweisen. Die dünnen Reifen bieten einen extrem niedrigen Rollwiderstand, aber genauso wenig Halt und platzen bei rauem Gelände wegen des hohen Drucks sehr schnell. Auch in Sachen Komfort müssen Abstriche gemacht werden – Rennsättel sind für schnelle Sprints ausgelegt, langes Sitzen wird auf ihnen schnell zur Qual.

Gemütlich, ruhig aber etwas träge

Trekking- oder Tourenräder sind ausgeglichene Allrounder – sie eignen sich für gemütliche Fahrten in der Stadt wie Ausflüge in das Gelände. Auch preislich gehören sie zu den günstigeren Klassen. Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen und jeder Größe – alles gute Gründe, die für ein solches Modell sprechen. So ausgeglichen wie ihre Vorteile sind auch ihre Nachteile. Für schnelle Sprints und eilige Fahrten sind bestenfalls teure Spitzenmodelle empfehlenswert. Die Geländegängigkeit stößt an ihre Grenzen, wenn es einmal wirklich etwas härter wird und die Konstruktion ist wie die Bauteile nur selten auf solche Verhältnisse ausgelegt. Hier spielen Mountainbikes ihre volle Stärke aus, die sich aber wegen ihrer breiten Reifen und dem hohen Reibungsverlust nicht wirklich für das Pendeln in der Stadt eignen. Auch hier gibt es jedoch bereits die optimale Lösung: speziell angepasste Tourenräder mit schmalen Reifen, großem Gepäckträger und leichter Bauweise, die eine schnelle und kraftarme Beschleunigung begünstigen. Gerade für ältere Menschen gibt es inzwischen Varianten von Stadträdern mit einem gemütlich tiefen Einstieg und Narbenschaltung – diese ist im Gegensatz zu anderen Techniken bei normalem Gebrauch praktisch wartungsfrei und unverwüstlich.

Sondermodelle und alternative Bauweisen

Spezialfähigkeiten liegen im Trend auch bei Fahrrädern. Die wohl auffälligsten Vertreter dieser Baureihe sind vermutlich Liegeräder, auf denen der Fahrer sich scheinbar gemütlich zurücklehnen kann. Die Fahrt ist jedoch gerade für Anfänger gewöhnungsbedürftig, der niedrige Blickpunkt besonders auch Straßen relativ unübersichtlich. Dank der günstigeren Kraftübertragung und der bequemen Position können sie jedoch auf längeren Strecken punkten, ins offene Gelände sollte man sich jedoch lieber nicht wagen. Der neueste Renner sind E-Bikes mit einem zusätzlichen Antrieb. Die Geschmäcker streiten sich, ob ein solcher sinnvoll ist oder nicht – achten Sie beim Kauf auf jeden Fall auf Qualität. Der Motor wiegt viel – ist der Akku zu klein oder der Antrieb zu schwach, müssen Sie mehr Kraft investieren, als sie letztendlich gewinnen.

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