Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss?

Die Sommersonne lockt uns wieder ins Grüne, doch dort lauert ein winzig kleiner Feind. Zecken, deren Biss vor einigen Jahrzehnten noch harmlos war, sind zu potenziellen Krankheitsüberträger geworden. Mehrere Zehntausend Fälle von Borreliose werden jedes Jahr durch Zeckenbisse verursacht. Bei Nicht-Behandlung entwickeln sich unangenehme bis gefährliche Krankheitsbilder, die zu chronischen Nervenschäden führen können. Doch zur Hysterie ist kein Anlass. Das richtige Verhalten nach einem Zeckenbiss schützt vor dieser gefährlichen Entwicklung.

BorrelioseJeden Zeckenbiss ernst nehmen

Oft wird behauptet, dass nur Zecken in Süddeutschland gefährlich sind. Das ist ein Irrtum. Inzwischen ist deutschlandweit jede vierte Zecke mit Borreliose infiziert. Über ihrem Speichel überträgt sie die Krankheit auf ihren Wirt. Die Inkubationszeit kann Wochen betragen. Da es keinen Impfstoff gegen Borreliose gibt, sollte jeder Zeckenstich genau beobachtet werden. Bildet sich an der Einstichstelle innerhalb der nächsten drei Wochen eine ringförmige Rötung, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Er behandelt den Infizierten mit Antibiotikum, schon diese Erstbehandlung ist bei 70 Prozent der Fälle erfolgreich. Ohne schnelle medikamentöse Behandlung nimmt die Krankheit jedoch einen Verlauf, der nur noch schwer zu stoppen ist.

Zecke schnellstmöglich entfernen

Eine Zeckenschutzkleidung gibt es nicht. Die Tiere sitzen nicht, wie oft behauptet, auf Bäumen. Sie warten auf Sträuchern, Gräsern und im Unterholz auf Mensch oder Tier. Zwar verhindern Gummistiefel und langärmelige Bekleidung einen direkten Kontakt, doch die Parasiten klammern sich an allem fest und suchen dann nach einer Bissstelle. Nach einer Wanderung durch die Natur sollte man deshalb die Kleidung ausschütteln und sich nach Zecken absuchen. Hat sich das Tier schon festgesogen, muss es sofort entfernt werden. Geeignet dafür ist eine Zeckenzange oder eine feine Pinzette. Die sogenannten Hausmittel wie Öl, Wachs oder Alkohol sind nicht zu empfehlen, sie erhöhen das Übertragungsrisiko. Wer sich nicht zu helfen weiß, geht gleich zum Arzt. Der löst das Tier fachmännisch aus der Haut und desinfiziert die Einstichstelle.

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