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Nach jahrelangen, oft heftigen Debatten ist es nun endlich so weit: In Deutschland ist in naher Zukunft die Pille danach rezeptfrei erhältlich. Nachdem jetzt die EU-Kommission die freie Abgabe für alle Mitgliederstaaten beschlossen hat, signalisierte auch der deutsche Gesundheitsminister Gröhe seine Zustimmung. Zwar sind noch einige bürokratische Hürden zu nehmen, doch voraussichtlich ab dem zweiten Quartal werden Notfallkontrazeptiva für jede Frau problemlos zu bekommen sein.



MedikamenteFrauen werden es leichter haben

Auch bisher konnten Frauen nach ungeschütztem Sex mit der Pille danach eine Schwangerschaft verhindern. Doch anders als in vielen anderen europäischen Ländern benötigten sie dafür ein Rezept. Diese Zeiten sind nun vorbei. Zwei Präparate dürfen demnächst von deutschen Apotheken frei verkauft werden. Das erleichtert die Situation ihrer Kundinnen erheblich. Da die Pille so schnell wie möglich und bis maximal 120 Stunden nach dem Sex eingenommen werden muss, war der Weg zum Rezept bisher häufig ein Wettlauf gegen die Zeit. Besonders schwierig war die Situation an Wochenenden sowie durchgängig in ländlichen Regionen.

Wie wirkt die Pille danach?

Hauptgrund für die emotionalen Diskussionen war der Streit zwischen Ethikern, Frauen und Naturwissenschaftlern über die Wirkungsweise des Mittels. Die Widerstände aus konservativen und kirchlichen Kreisen beruhten auf der Annahme, es handle sich dabei um eine frühe Abtreibung. Das ist nicht der Fall. Die beiden frei erhältlichen Mittel EllaOne und Pidana enthalten jeweils Inhaltsstoffe, die den Eisprung nur verzögern. Hat er bereits stattgefunden oder sich schon ein Ei eingenistet, sind sie wirkungslos.

Beratung durch Apotheker Pflicht

Etwa 400.000 mal im Jahr wurde bisher die Pille danach bei uns verschrieben. Das ist im internationalen Vergleich gering. Allein in Großbritannien liegen die Verkaufszahlen bei vier Millionen. Vermutlich wird der Absatz durch die freie Verfügbarkeit auch in der Bundesrepublik steigen. Die fachliche Beratung zu Anwendung und Wirkung obliegt zukünftig den Apothekern. Dazu gehört auch der Hinweis, dass das Medikament in einem Zyklus nur einmal anwendbar ist. Es ersetzt also in keinem Fall andere Verhütungsmittel.

Bild © djma – Fotolia.com




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