Orthopädische Einlagen

Orthopädische Einlagen für Schuhe - Diagnose - Knickfuß und Senkfuß - Vorteile und NachteileOrthopädische Einlagen (auch als orthopädische Schuh- oder Fußeinlagen bezeichnet) sind medizinische Hilfsmittel, die beispielsweise Fußfehlstellungen entgegenwirken oder vorbeugen sollen. Häufig verwendete Materialien für orthopädische Einlagen sind beispielsweise Kunststoffe, Schaumstoffe, Kork oder Edelstahl; Beschichtungen bestehen aus textilem Material oder Leder.

Herstellung und Anpassung

Orthopädische Einlagen werden gezielt dem Fuß desjenigen angepasst, für den die Einlagen bestimmt sind; eine solche individuelle Anpassung kann mithilfe verschiedener Methoden geschehen. So kann eine Vorlage für die zu erstellende Einlage beispielsweise erstellt werden in Form eines Blauabdrucks: Hierbei wird der Fuß eines stehenden Patienten auf einer Blaupause positioniert, die ähnlich funktioniert wie ein Stempelkissen. Deutlich wird hier unter anderem, welche Areale der Fußsohle stark und welche weniger stark belastet werden; und auch der Umriss des Fußes kann klar erkannt werden. Eine weitere Möglichkeit der Erstellung einer Einlagenvorlage ist die Durchführung eines Gipsabdrucks. Ein solcher Gipsabdruck kann entweder belastet oder unbelastet erfolgen: Von einem belasteten Gipsabdruck spricht man, wenn der Fußabdruck eines Patienten in einem Schaumstoffmaterial mit Gips ausgegossen wird; ist von einem unbelasteten Gipsabdruck die Rede, so wird der Fuß in unbelastetem Zustand mit Gipsbandagen umgeben, die nach einer Härtung entfernt werden und somit ein Modell des Fußes wiedergeben. Steht zur Erstellung einer orthopädischen Einlage lediglich ein unbelasteter Gipsabdruck zur Verfügung, kann es empfehlenswert sein, auch einen Blauabdruck durchzuführen, denn die Maße der Fußform bei belastetem Fuß sind meist größer als die bei unbelastetem Fuß.

Die Erstellung orthopädischer Einlagen anhand der Vorlagen kann beispielsweise durch einen Orthopädietechniker oder einen spezialisierten Schuhmacher erfolgen.

Knickfuß und Senkfuß

In Deutschland häufig vorkommende Fußfehlstellungen sind unter anderem der Knick- und der Senkfuß. Der Knickfuß (auch bezeichnet als Pes valgus) ist beispielsweise dadurch gekennzeichnet, dass die Innenseite des Fußes eines Betroffenen abgesenkt ist, während die äußere Fußseite angehoben ist. Entsprechende Maßeinlagen können eine Komponente sein, dem Knickfuß entgegenzuwirken. Ein Senkfuß kennzeichnet sich unter anderem in einer Abflachung der Fußwölbung und in einem zur Fußinnenseite hervorstehenden Knöchel; neben einer aktiven Bekämpfung durch Muskelstärkung kann eine Passivunterstützung durch orthopädische Einlagen dabei helfen, weitere Verschlechterungen eines Senkfußes zu vermeiden. Besteht eine isolierte Diagnose eines Senkfußes (also keiner weiterer Fußfehlstellungen), können Fußbetteinlagen die Muskulatur fördern, die Flüssigkeiten (Fluids) enthalten. Angefertigte orthopädische Kunststoffeinlagen stützen den Senkfuß und führen während des Laufens zu einem Federn; dies wirkt unter anderem stärkend auf die Fußmuskulatur.

Vorteile und Nachteile

Wie sich aus diesen Beschreibungen auch erkennen lässt, bringen verschiedene orthopädische Einlagen je nach Beschwerdelage eines Patienten Vor- und Nachteile mit sich; so können Einlagen den Fuß bei Fehlstellungen zwar stützen, können aber auch dazu beitragen, dass die Fußmuskulatur weniger gefordert ist. Schwierig kann sich eine geeignete Wahl von orthopädischen Einlagen auch darstellen, wenn ein Patient an verschiedenen Fußfehlstellungen leidet; denn beispielsweise können Einlagen, die günstig sein können bei einem vorhandenen Senkfuß, negative Auswirkungen haben auf einen gleichzeitig vorliegenden Knickfuß. Vor allem bei Kindern raten Experten aus Gründen der noch nicht stark ausgeprägten Fußmuskulatur häufig dazu, einen zu frühen Einsatz orthopädischer Einlagen zu vermeiden. Bei moderneren orthopädischen Einlagen wird daher zunehmend der Ansatz verfolgt, die Einlagen so zu konzipieren, dass parallel zur Stützfunktion auch eine Anregung der Fußmuskulatur erfolgt.

Bild © Christian Schwier – Fotolia.com

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