Masern auf dem Vormarsch

Die Fälle von Masernerkrankungen sind sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen in den letzten Monaten wieder gestiegen. Besonders in Berlin und München erkrankten in diesem Jahr bereits etliche Personen an Masern. Die Betroffenen waren nicht geimpft. Diese Tatsache wirft erneut die Frage auf, ob eine Masernimpfung sinnvoll ist oder nicht.

ImpfungenVon vielen Menschen werden die Masern als harmlose Kinderkrankheit abgetan, für die ein Impfschutz überflüssig ist. Jedoch sind bei den verzeichneten Neuerkrankungen mehr als die Hälfte aller Patienten über 16 Jahre alt. Besonders bei Erwachsenen können die Masern schwerwiegende, oft sogar lebensbedrohliche Folgen haben.

Bei Erwachsenen zeigen sich zunächst die gleichen Symptome, wie bei Kindern. In der Regel fallen sie jedoch wesentlich heftiger aus. Zusätzlich können Entzündungen von Auge, Lunge und Gehirn auftreten, die zu Komplikationen und sogar zum Tode führen können. Die ersten Anzeichen der Masern sind Entzündungen im Hals- und Rachenbereich, ein trockener Husten und Fieber. In der Mundhöhle bilden sich weiße Flecken und schließlich setzt der rotfleckige Hautausschlag ein, der zunächst hinter den Ohren beginnt. Das Krankheitsbild wird von starkem Fieber begleitet, das am Ende des ersten Stadiums zunächst absinkt, um dann im Hauptstadium steil anzusteigen.

Die gefürchtetste Komplikation bei den Masern ist die sogenannte Masernenzephalitis, die sich einige Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags entwickeln kann. Sie kann Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, epileptische Anfälle sowie Lähmungserscheinungen hervorrufen. Bei vielen Patienten, die von dieser Komplikation befallen werden, entstehen bleibende Schäden, zu denen Persönlichkeitsveränderungen und Lähmungen gehören. Eine seltene Komplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis, bei der es zum schrittweisen Abbau von Rückemark und Gehirngewebe kommt. Sie endet fast immer tödlich.

Die Masern werden vom Masernvirus ausgelöst. Sie sind vom Beginn der ersten Symptome bis zum Abklingen des Hautausschlags hoch ansteckend. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und verbreitet sich besonders durch den typischen Masernhusten schnell von Mensch zu Mensch. Deshalb kommt es auch oft gerade in Schulen und Kindergärtner schnell zu einem massiven Ausbruch der Krankheit. Hat man die Krankheit einmal überwunden, so ist man lebenslang gegen eine Neuerkrankung geschützt.

Bei der Behandlung der Masern versucht man, die Symptome zu lindern, da das Virus an sich nicht behandelt werden kann. Wegen des hohen Fiebers ist Bettruhe zu halten und eine verstärkte Flüssigkeitsaufnahme ist ratsam. Treten Komplikationen auf, kann eine stationäre Behandlung nötig werden.

Der einzige wirksame Schutz gegen diese Krankheit, die heute oft unterschätzt wird, ist die Impfung. Kinder sollten im Alter von 11 bis 12 Monaten eine erste Impfung erhalten, die dann mit zirka 18 Jahren noch einmal aufgefrischt wird. Ist die Impfung im Kindesalter versäumt worden und der Patient im Kindesalter nicht an den Masern erkrankt, so können beide Impfungen auch im Erwachsenenalter nachgeholt werden. Moderne Herstellungsverfahren garantieren heute, dass die Impfstoffe sehr gut verträglich sind. Impfkomplikationen sind auch bei Kleinkindern eine Seltenheit. Legt man bei seinen Kindern und auch bei sich selbst Wert auf einen ausreichenden Impfschutz können die Masern genau wie andere gefährliche Krankheiten völlig ausgerottet werden. Das kann allerdings nur dann geschehen, wenn eine möglichst große Zahl von Eltern sich für die Schutzimpfungen ihrer Kinder entschließt.

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