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Allein im Jahr 2010 wurden laut medipresse.de 53,5 Millionen Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen registriert, und damit um 19,9 Millionen mehr als 2001.Tendenz weiter steigend. Alarmierende Zahlen- und es stellt sich die Frage, worauf der dramatische Anstieg zurückzuführen ist. Denn die Folgen der psychischen und psychisch bedingten Krankheiten sind nicht nur für die Betroffenen schwerwiegend: Die Kosten sollen sich auf mehr als 6 Milliarden Euro im Jahr belaufen. Davon ist eine Hälfte für die Behandlung, der Rest für die Folgen des Arbeitsausfalls fällig.



Krank durch Stress: Psychische Probleme nehmen zu Ausgebrannt, erschöpft, überfordert

Was sind die Gründe für die Zunahme von Burnout, Depression &Co? Experten machen dafür den Wandel der Arbeitswelt verantwortlich. Steigende Anforderungen, unsichere Arbeitsverhältnisse und schnellere Kommunikation setzen Arbeitnehmer immer mehr unter Druck. Die elektronische Erreichbarkeit über E-Mail, Skype, Smartphone und Blackberry macht auch vor dem Privatleben nicht mehr Halt und hat sich für viele zu einer Falle entwickelt. Immerhin jeder fünfte Berufstätige geht einer Befragung zufolge kurz vor dem Schlafengehen einer beruflichen Beschäftigung nach, wie sie zum Beispiel das Abrufen dienstlicher E-Mails darstellt. Natürlich hängt es vom Einzelnen ab, wie er seine Erreichbarkeit und den Umgang mit elektronischen Medien und sozialen Netzwerken gestaltet- insgesamt wird allerdings öfter als früher von Arbeitnehmern erwartet, dass sie auch privat erreichbar sind. Umgekehrt wird dafür ein Teil der Arbeitszeit für Facebook und private Mails verwendet. Rund zweieinhalb Stunden pro Woche gehen so verloren.

Entspannung wird schwieriger

Die dauernde Erreichbarkeit und der ständige Informationsaustausch im Privat- und Berufsleben machen es laut Experten für Menschen schwieriger, wirkliche Entspannung und Abstand zu finden. Der technische Fortschritt ist also für die steigende Zahl von Krankschreibungen wegen Burn-Out und anderen erschöpfungsbedingten Krankheiten mitverantwortlich. Dazu entstehen auch neue Krankheiten, wie zum Beispiel die Nomophobie. Dabei handelt es sich um die pathologische Angst davor, nicht per Mobiltelefon erreicht werden zu können, oder kein ausreichendes Netz zu haben. Vor allem junge Menschen überprüfen ihre Mobiltelefone und Smartphones deshalb bis zu über dreißig Mal am Tag. Natürlich sind nicht nur die modernen Kommunikationsmittel und technischen Errungenschaften für die Situation verantwortlich zu machen. Doch gerade in einem Kontext von wachsendem Druck aus wirtschaftlichen Gründen, Reizüberflutung und zunehmender Vereinsamung abseits der sozialen Netzwerke im Internet, entfalten sie ihre besonders negative, stressfördernde Wirkung.

Maßnahmen gegen Stress

Bei vielen Firmen wird mittlerweile auf Stressprävention gesetzt, um teuren Ausfällen und Krankschreibungen vorzubeugen. Ein Beispiel dafür liefert der deutsche Autohersteller Volkswagen: eine halbe Stunde nach Feierabend werden keine Mails mehr an Mitarbeiter versandt, die im Besitz eines Firmen-Blackberrys sind. Erst dreißig Minuten vor Beginn des nächsten Arbeitstages wird die Sperre aufgehoben. Auf diese Weise wird versucht, die Mitarbeiter vor Stress durch Dauererreichbarkeit und seinen psychischen Folgen zu schützen. Bei Initiativen wie der von Volkswagen handelt es sich um freiwillige Maßnahmen der Firmen, da es keine staatlichen Vorsorge-Programme gegen Arbeitsüberlastung gibt. Allerdings sind auch diese nicht allzu häufig. Laut einer Studie der „Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz“ setzen nur 15 % aller deutschen Unternehmen auf gezielte Maßnahmen der Stressprävention- im Vergleich zum deutlich besseren europäischen Durchschnitt von 26%. Aufgrund der hohen Kosten, die psychische Erkrankungen verursachen, wären weitere Maßnahmen und Vorsorgeprogramme nicht nur im Sinne der Firmen, sondern auch im staatlichen Interesse.

Bild © paul prescott – Fotolia.com




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