Diagnose und Behandlungsmethoden gegen Krebs

Noch immer befassen sich Forscher und Wissenschaftler angestrengt mit besseren Behandlungsmethoden gegen Krebs, sowie der rechtzeitigen Diagnose der Krankheit. So wird auch hier im Tierreich nach Möglichkeiten zur Früherkennung gesucht. Vor allem Insekten haben der Menschheit schon einiges an Neuentwicklungen gebracht.

DarmkrebsDie Physik zum Beispiel schaute sich erstaunliche Fähigkeiten bei ihnen ab und wandte diese bei Technologien an, die heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Und so beschäftigt sich die medizinische Forschung ebenfalls zunehmend mit Tieren, die als Vorreiter für neue und bessere Methoden zur Behandlung von Krankheiten dienen sollen. Bei den ganz kleinen Insekten wurde dabei Erstaunliches herausgefunden.

Die Fruchtfliege erkennt Krebszellen

Bekannt ist sie dadurch, dass sie sich jedes Jahr überall dort blicken lässt, wo im Sommer Obst offen in Räumen steht. Auch süße Getränke werden ihr oft zum Verhängnis. Den Menschen ist sie daher meist einfach nur lästig. Doch dass die Fruchtfliege eine Fähigkeit besitzt, die irgendwann womöglich Menschen das Leben retten kann, ist kaum jemandem bewusst. Es ist aber eine Tatsache, die Fruchtfliege ist in der Lage, Krebszellen von gesunden Zellen zu unterscheiden. Sie verfügt über einen besonders feinen Geruchssinn mit dem sie sogar verschiedene Arten des Brustkrebses erkennt. Mit einem Experiment an der Universität in Konstanz konnte diese besondere Fähigkeit entdeckt und bewiesen werden.

Die Ursache für die Unterschiede im Geruch

Verändern sich gesunde Zellen zu Krebszellen, wird der Stoffwechsel ebenfalls verändert. Die somit entstehenden Stoffwechselprodukte weisen einen anderen Geruch auf als vorher und die Fruchtfliege nimmt diese Veränderung wahr. Ihre Riechantennen verfügen über 50 verschiedene Geruchsrezeptoren, welche verschiedene Düfte wahrnehmen und entsprechend darauf reagieren. Wird die Fruchtfliege mit bestimmten Düften konfrontiert, entsteht bei ihr ein Erregungsmuster, anhand dessen die Wissenschaftler bei ihrem Experiment feststellen konnten, dass alle Tiere gleich reagierten.

Vom Säugetier zum Insekt

Es hat in der Vergangenheit schon andere Experimente in diese Richtung gegeben. Eingesetzt wurden dafür Hunde, die dafür bekannt sind, über einen ausgeprägten Geruchssinn zu verfügen. Die Tiere waren nach einer entsprechenden Ausbildung dazu fähig, Atemproben von Menschen zu erkennen, die an krebs erkrankt waren. Die Fruchtfliege wurde aus einem bestimmten Grund als Grundlage für Experimente zur Erkennung von Krebszellen gewählt. Zum einen ist sie für diese Zwecke genetisch leicht veränderbar und zum anderen ist die Summe ihrer Geruchsrezeptoren besser zu überblicken, als es bei einem Säugetier der Fall ist.

Das Ziel der Forschung

Die Wissenschaftler wollen sich die gewonnenen Erkenntnisse an den Fruchtfliegen zunutze machen mit dem Ziel der Entwicklung eines künstlichen Sensors, der die Fähigkeit der Fruchtfliege nachahmen kann und diverse Düfte unterscheidet. Es gibt zwar schon technische Sensoren, die in der Industrie Verwendung finden, zum Beispiel, um die Konzentration von Gas zu messen, in der Medizin sind solche elektronischen Geräte jedoch noch nicht anwendbar. Es ginge darum, dass Menschen durch den Einsatz von derartigen Sensoren einen Nutzen haben. Derzeit ist es noch nicht möglich, Krebs auf diese Weise zu erkennen. Für die Zukunft wäre der Einsatz von solch hochsensiblen Geruchssensoren allerdings ein Meilenstein für Krebspatienten. Aufgrund der sehr frühen Entdeckung, zum Beispiel in der Atemluft, könnte auch eine Therapie viel früher erfolgen.

Bild © Sven Weber – Fotolia.com

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