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Das Humane Immundefizienz-Virus, kurz HIV, begleitet die Menschheit bereits seit Jahrzehnten. Unbehandelt bricht, nach monate- oder gar jahrelanger Inkubationszeit, die AIDS-Erkrankung aus, welche untherapiert zum Tod führt. Bis heute ist es der modernen Wissenschaft noch nicht gelungen die Krankheit zu heilen, obgleich aktuelle Therapien das HI-Virus effizient genug bekämpfen, um zumindest das Auftreten der Symptome zu unterdrücken. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Heilung wurde kürzlich bekannt, bei einem Neugeborenen.



VirusEin Baby als Hoffnungsschimmer

Auch wenn die spezifische Behandlung infizierter Mütter mittlerweile zum Standard gehört, so ist dies nicht immer der Fall, wie eine Geburt in einer ländlichen Gegend der USA zeigte. Die US-Mediziner reagierten schnell. Nicht mal 30 Stunden nach der Entbindung wurde beim Säugling mit einer antiretroviralen Therapie begonnen, welche aus drei gewöhnlich HIV-Medikamenten bestand. Bereits nach einem Monat fiel die Virenkonzentration im Blut unter die Nachweisgrenze. Dies bedeutet zwar keine Heilung, jedoch wird ein Ausbrechen von AIDS-Symptomen unterbunden und schwer zu behandelnde Viren-Reservoirs konnten nicht gebildet werden. In solchen Reservoirs finden sich im Normalfall Schläferzellen, welche den HI-Virus beinhalten. Jahrelang kann dort der Erreger schlummern, bevor die Erkrankung ausbricht. Aus diesem Grund müssen HIV-Patienten auch ihr Leben lang Medikamente nehmen, welche den Retrovirus in Schach halten. Dies geschah auch bei diesem Kind, zumindest für die nächsten 18 Monate. Zehn Monate ohne Behandlung verstrichen, danach fiel ein HIV-Test vollkommen unerwartet negativ aus. Auch der zweite Test konnte keine HI-Viren nachweisen, noch nicht einmal Antikörper gegen den Virus. Darauf folgten weitere hochpräzise Labortests, welche nach CD4-T-Zellen, den Schläferzellen, suchten. Doch auch diese Tests konnten keinen HI-Virus nachweisen. Erst die Suche nach dem Erbgut des Erregers brachte den Nachweis von HIV, wenn auch die Menge nur knapp über der Nachweisgrenze lag. Dieser Fall wird derzeit genauestens untersucht, da die Wissenschaftler sich einen Durchbruch in der Therapie erhoffen, zumindest bei Kindern.

Erfolge bei Erwachsenen

So schön dieser Erfolg bei Kindern auch sein mag, der Großteil der HIV-Infizierten sind Erwachsene. Die beinahe Heilung des Kindes beruht, nach einstimmiger Meinung der Wissenschaftler, hauptsächlich am unverzüglichen Therapiebeginn. So meldeten sich zwei Wochen nach Bekanntwerden des Falles aus den USA, französische Mediziner zu Wort. Ihnen waren ähnliche Erfolgserlebnisse bei Erwachsenen geglückt. Vierzehn Patienten, darunter zehn Männer und vier Frauen, waren durchschnittlich sieben Jahre symptomfrei, ein Mann sogar zehn Jahre lang. Bei Allen wurde die Therapie maximal zehn Wochen nach der Infektion begonnen, ein sehr früher Beginn. Insgesamt wurden, in dieser Gruppe, 70 Patienten behandelt, über einen Zeitraum von drei Jahren. Danach war das Immunsystem in der Lage die HI-Viren, ohne medikamentöse Hilfe, zu unterdrücken, doch nur die bereits erwähnten Vierzehn wurden nicht rückfällig. Aus diesem Grund warnen die französischen Forscher vor voreiligen Schlüssen, auch wenn ein Teilerfolg erzielt wurde. Aufgrund der verbliebenen Schläferzellen gilt keiner der Patienten als geheilt, auch wenn keiner von ihnen unter AIDS-Symptomen leidet.

Blick in die Zukunft

Die Heilung von HIV steht noch nicht bevor, jedoch machen die jüngsten Erfolge Mut. Infizierte können, dank geeigneter Therapie, ein Leben, nahezu frei von Beschwerden, führen. Da nur etwa ein Prozent der Weltbevölkerung immun gegen HIV ist, stellt AIDS ein Problem dar, welches nicht ignoriert werden kann. Diese Tatsache gepaart mit den neuesten Erkenntnissen und intensiven Forschungen bringt die Menschheit näher an ihr Ziel, die Heilung von HIV.

Bild © yanlev – Fotolia.com





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Artikelthema: Etappensieg im Kampf gegen HIV
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