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Die Dominanz von Facebook lässt sich auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke nicht mehr bestreiten. Beinahe 10 Millionen aktive Nutzer und 20 Millionen Registrierungen gibt es für das amerikanische Netzwerk, das die Menschen verbindet und immer wieder im Gespräch ist. Aber Facebook war nicht immer der Riese auf dem Markt der Netzwerke. Vorher gab es besonders zwei große Namen, in denen viele Deutsch registriert waren: StudiVZ und SchülerVZ.



Der Aufstieg und der Fall von StudiVZDie Entwicklung der Studiennetzwerke nach Facebook

Ursprünglich war StudiVZ eine Idee, um die unterschiedlichen Studenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verbinden. Die Entwickler haben sich dafür das, damals noch englischsprachige, Portal Facebook zur Inspiration genommen. Die Ähnlichkeit im Design und in der Funktionalität führte später sogar zu Klagen. Nach der Gründung im Jahr 2005 dauerte es nicht lange, um sich im Internet zu etablieren und die angepeilten Schichten zur Registrierung zu bewegen. Für die meisten Deutschen war es der erste Kontakt mit den Onlinemedien in Form von sozialen Netzwerken. Nachdem es nicht nur Studenten in das Netzwerk zog, wurden mit meinVZ und schülerVZ eigene Ableger für andere Zielgruppen geschaffen. Die Vernetzung unter den unterschiedlichen Gruppen begann und bis zum Jahr 2009 konnte StudiVZ 5,5 Millionen echte Nutzer in Deutschland vorweisen. Damit war sie eine der erfolgreichsten Webseiten im deutschsprachigen Internet.

Der erste Knick kam mit der Ankündigung, dass sich Facebook für eine Präsenz in Deutschland entschieden hat. Nachdem bereits das Design verändert werden musste, versuchte man nun mit der Einführung von allerlei neuen Funktionen die Nutzer weiterhin an das eigene soziale Netzwerk zu binden. Allerdings hatte der Abstieg von StudiVZ als leitendes Netzwerk längst begonnen.

Der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit

Für die Nutzer war der schleichende Abgang von StudiVZ und seinen Ablegern recht früh zu spüren. Nach und nach zog es die eigenen ‘Freunde’ aus den Netzwerken zu Facebook und es wurde immer stiller auf der Plattform. Die Einführung von Spielen und Medien sollte die Abwanderung aufhalten, hat das Sterben von ganzen Freundeszyklen aber nur verlangsamt. Bereits im April 2011 meldeten sich die ersten Medien mit Berichten über den Rückgang der Nutzerzahl. Die absoluten Nutzerzahlen bei Facebook hatten die Zahlen der Nutzer bei StudiVZ längst überholt. Allerdings konnte man sich noch halten und versuchte mit einem Redesign und der Einführung von weiteren Neuerungen neue Mitglieder zu gewinnen und gleichzeitig die Kritik an Facebooks Politik auszunutzen, um die alten Mitglieder zur Nutzung ihrer alten Accounts zu bewegen. Dieser Plan ging nicht auf. Im Februar 2012 vermeldeten Medien, dass die Seitenaufrufe bei StudiVZ um bis zu 80 % zurückgegangen waren. Heute gibt es gerade einmal 3 Millionen aktive Nutzer in dem gesamten Netzwerk. Dabei handelt es sich vor allem um Kritiker von Facebook oder junge Menschen, die das SchülerVZ für den Einstieg in die sozialen Netzwerke suchen. Bereits jetzt beginnt der Abgesang auf die alten Netzwerke, die die Geschichte von Social Web in Deutschland mitgestaltet haben. Facebook ist die Zukunft und die VZ-Netzwerke werden in der Bedeutungslosigkeit des Internets verschwinden.

Bild © phecsone – Fotolia.com

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1 Kommentar

  1. wanderlust sagt:

    Es gab einfach zu wenige Innovationen. Außerdem war die Abgrenzung der einzelnen Portale ein entscheidender Faktor, der den VZ-Netzwerken letztendlich den Todesstoß verpasst hat. Was spricht dagegen, wenn sich Schüler mit Studierenden oder Studierende mit Nicht-Studierenden austauschen wollen?

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Artikelthema: Der Aufstieg und der Fall von StudiVZ
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