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Seit vielen Jahren bemüht sich die Politik, die niedrige deutsche Geburtenrate anzuheben. Bisher war ihr dabei kein Erfolg beschieden. Seit Jahrzehnten beträgt die Rate konstant 1,4 Kinder pro Frau. Eine nun veröffentliche Studie des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung zeigt, warum das so ist: Den Deutschen sind Karriere und Freizeit wichtig als ein Familienleben.



Deutschland: Die niedrige Geburtenrate hat emotionale GründeGeldprämien sind wirkungslos

Immer neue finanzielle Anreize sollten die Deutschen zu größerer Fortpflanzungsfreude anregen. Neben dem altbewährten Kindergeld gibt es inzwischen Elterngeld, Erziehungszeiten für Väter und das Betreuungsgeld. Ab 2013 sorgt zudem ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Betreuungssicherheit. Im Fokus der Verantwortlichen steht die hohe Kinderlosigkeit der gut ausgebildeten, berufsstätigen Frauen. Gerade diese Zielgruppe wollten sie mit ihren Maßnahmen erreichen, doch das ist nicht gelungen.

“Eine gute Mutter bleibt zu Hause”

Die Studie belegt nun, dass mit Geld wenig zu bewirken sein wird. Es sind eher traditionelle Rollenbilder und neue Lebensentwürfe, die zu niedrigen Kinderzahlen führen. Besonders in Westdeutschland halten junge Frauen Berufstätigkeit und Mutterschaft für nicht miteinander vereinbar. Das Bild der guten Mutter, die ihre Kinder zu Hause betreut, bringt die Frauen in Konflikte. Eine frühe außerhäusliche Betreuung sieht ein hoher Prozentsatz von ihnen als negativ für die Entwicklung des Kindes an. Sie entscheiden sich deshalb immer häufiger dafür auf Kinder zu verzichten.

Kinder nicht mehr wichtig für das Lebensglück

Neben den Karrierebestrebungen weist die Studie einen starken gesamtgesellschaftlichen Wertewandel nach. Familie und Kinder werden immer weniger als ein Garant für ein glückliches Leben angesehen. In keinem Land der Welt ist der Kinderwunsch so wenig ausgeprägt wie in der Bundesrepublik. Nur noch 45 Prozent der kinderlosen Deutschen glauben, dass ihr Leben glücklicher wird, sollten sie in den nächsten drei Jahren ein Kind bekommen. Arbeit, Hobbys und Freunde haben einen höheren Rang. Zudem ist die gesellschaftliche Anerkennung für die Familiengründung insgesamt zurückgegangen. Viele Menschen befürchten eher, dass mehr als zwei Kinder als Makel angesehen werden.

Bild © dominik diesing – Fotolia.com

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