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Am 28. Oktober ist Welt Polio Tag. Viele Ärzte nehmen diesen Tag zum Anlass, um die Bevölkerung darüber zu informieren, dass es auch heute noch wichtig ist, Kinder gegen diese gefährliche Krankheit impfen zu lassen. Obwohl Deutschland heute als frei von Polio gilt, kommt es doch weltweit immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit. Da Polio hoch ansteckend ist, können Reisende sich in einem Gebiet, in dem es Polio gibt, anstecken und die Krankheit auf diese Weise nach Deutschland einschleppen.



Polio: Die vergessene Krankheit - Impfung AuffrischungWas ist Poliomyelitis?

Poliomyelitis wird auch Polio oder Kinderlähmung benannt. Anstecken können sich Erwachsene, sowohl als auch Kinder. Das Virus befällt die Nervenzellen im Rückenmark, die für die Kontrolle der Muskeln zuständig sind. In vielen Fällen verläuft das Krankheitsbild harmlos, ähnlich einer Grippe Erkrankung. Oft können jedoch auch Lähmungen oder Gehirnschäden zurückbleiben und in vereinzelten Fällen führt die Krankheit auch zum Tod des Patienten. Besonders bei Erwachsenen sind Komplikationen zu erwarten. Früher trat Polio häufig auf. Durch die Schluckimpfungen, die 1962 eingeführt wurde, konnte die Krankheit in Deutschland jedoch völlig zurückgedrängt werden.

Impfen ist eine wirksame Vorbeugung

Heute sind alle dazu aufgerufen, dem Polio auch weiterhin die Stirn zu bieten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn auch weiterhin bei allen Kindern die Grundimmunisierung vorgenommen wird. Das sollte einmal im Säuglingsalter stattfinden und kann zusammen mit anderen Impfungen, wie zum Beispiel für Mumps, Masern und Röteln stattfinden. Dann muss bis zum 18. Lebensjahr eine Auffrischimpfung vorgenommen werden. Eine weitere Auffrischung im Erwachsenenalter ist nur dann notwendig, wenn eine Person in Länder reist, in denen Polio heute noch existiert.

In den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Polio Impfung in Deutschland Pflicht, da man sich der Gefahr, die von der Krankheit ausging, äußerst bewusst war. Heute werden jedoch schon über 15 Prozent der Kinder nicht mehr geimpft. Jedoch ist das Krankheitsrisiko auch heute noch aktuell. Immer mehr Personen unternehmen Reisen, die oftmals auch in solche Länder führen, in denen es noch Polio gibt. Dazu gehören beispielsweise Afghanistan, Nigeria, Ägypten oder Indien. Hier besteht nach wie vor Ansteckungsgefahr durch Tröpfcheninfektion, verunreinigte Lebensmittel oder unsaubere Toilettenanlagen und der Virus kann von hier aus wieder nach Deutschland eingeschleppt werden. Unter Nicht-Geimpften kann sich die Krankheit dann schnell ausbreiten. So kam es im Jahr 2011 in Pakistan zu einem Ausbruch von Polio und die Krankheit wurde von dort aus auch nach China verbreitet. Zu diesem Zeitpunkt galt China bereits seit 12 Jahren als poliofrei.

Moderne Impfstoffe verursachen nur wenige Nebenwirkungen

Während man sich früher bei der Schluckimpfung eines lebenden Impfstoffes bediente, wird heute nur noch mit Totimpfstoff gearbeitet. Er besteht aus abgetöteten Polio Viren, welche nicht mehr in der Lage sind, die Krankheit auszulösen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt heute, nur noch den Totimpfstoff in Spritzenform zu verwenden. Auf diese Weise kann die Gefahr ausgeschlossen werden, dass die Krankheit durch den Lebendimpfstoff ausgelöst wird. Der Impfstoff wird intramuskulär gespritzt und ist im Allgemeinen gut verträglich. Es kann zu leichten Reaktionen an der Impfstelle kommen, oder auch zu allgemeiner Abgeschlagenheit und leichter Temperaturerhöhung. Diese Symptome dauern jedoch nur für einige Stunden an. Die Impfung kann hingegen dazu beitragen, eine der gefährlichsten Krankheiten zu vermeiden und auch dazu beitragen, unser Land weiterhin frei von Polio zu halten.

Bild © Digitalpress – Fotolia.com





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Artikelthema: Polio: Die vergessene Krankheit
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