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Mit Staunen beobachten die meisten Endverbraucher die aktuellen Preissteigerungen der Gaspreise. Wie fast jedes Jahr steigen die Preise um einige Prozente und machen die Lebenskosten erheblich teurer. Diese Entwicklung ist äußerst erstaunlich. Immerhin wurde der Gasmarkt vor einem Jahrzehnt geöffnet und musste sich damit dem direkten Konkurrenzkampf unterziehen, bei dem nur der günstigste überleben sollte.

Aktuelle Gaspreisentwicklung in DeutschlandGleichzeitig fand jedoch eine Preissteigerung von fast 40% statt. Problematisch war damals die Versorgungslage in Deutschland. Denn die BRD kann nur 20% des Gesamtbedarfs selbstständig herstellen. Der Rest muss importiert werden. Dies geschah zu einem Großteil aus Russland über Pipelines über die baltischen Staaten. Politische Verwerfungen mit den Exportländern führten immer wieder zu einer Verknappung und damit verbundenen Preissteigerungen. Heute ist die Versorgung Deutschlands jedoch mittels langfristiger Verträge gesichert und hängt nicht mehr vom politischen Tagesgeschehen ab.

Auch trotzdem steigen die Preise für Gas wieder enorm. Der Gaspreis steht wiederum auf dem Prüfstand. Allerorts macht sich inzwischen Unmut breit und das Vertrauen der Kunden sinkt sukzessive. Die Gasgiganten machten eine lange Zeit die Kopplung zwischen Erdöl- und Gaspreise dafür verantwortlich, dass bei steigenden Erdölpreisen, auch die Gaspreise steigen müssten. Aktuell findet man das genaue Gegenteil vor. Die Erdölpreise fallen, die Gaspreise jedoch steigen ins Unermessliche.

Warum gilt diese Logik also aktuell nicht?

Entscheidend für Preissenkungen und Erhöhungen scheint immer der richtige Zeitpunkt zu sein. Zu Beginn des Sommers kann man meist sehr günstig Einkaufen, da die Nachfrage gering ist, und die Konzerne wenig Verlust mit günstigem Gas machen. Im Herbst und Winter hingegen ist die Nachfrage maximal. Maximal wird bei hohen Preisen dann auch der Gewinn. Daher versuchen die Konzerne immer nur zögerlich auf ungünstige Preisverschiebungen zu reagieren und Preissenkungen in eine Phase mit geringer Nachfrage zu verschieben.

Interessant ist auch zu wissen, wie sich der Gaspreis zusammensetzt:

75% verbrauchen die Produktion, der Transport, die Speicherung und der Import, sowie die Verteilung. Weitere 23% nimmt der Staat als Steuern ein. Dabei spielen die normale Mehrwehrtsteuer und die Erdgassteuer eine große Rolle. Die restlichen 2% werden für anteilige Förderabgaben und Konzessionen verbraucht. Damit ist Erdgas immer noch günstiger als das vergleichbare Erdöl. Zu ist es auch umweltfreundlicher.

Wie kann man als Verbraucher den Erdgaspreis senken?

Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst bringen langfristige Verträge mit Versorgern meist günstigere Preise. Hier profitiert der Verkäufer durch die Planungssicherheit und die garantierte Abnahme. Als Kunde hat man den Vorteil, feste Konditionen zu besitzen, die über die gesamte Vertragsdauer gültig sein.

Andernfalls kann man weiterhin den Anbieter wechseln oder versuchen, mit einem Wechseln auf den bestehenden Anbieter Druck auszuüben. Sollte dies nicht gelingen, findet man im Internet unzählige Seiten, auf denen Anbietervergleiche ermöglicht werden. Aber auch hier sollte man das Kleingedruckte der Verträge lesen. Manchmal verstehen sich Klauseln in den Verträgen, die das Angebot doch unattraktiv machen.

Langfristig wird jedoch nur eine geringere Nachfrage den Gaspreis fallen lassen. Es gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Falle viele Menschen auf erneuerbare Energien umsteigen sollten und die Anbieter ihr Erdgas nicht mehr loswerden, werden auch die Preise rapide fallen.

Bild © Lupico – Fotolia.com



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Artikelthema: Aktuelle Gaspreisentwicklung in Deutschland
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