Informiert bleiben · RSS-Feed · Twitter · Facebook

Sie sind hier: Start » News, Wirtschaft » Gesetzliche und Private Pflegeversicherung

Seit Januar 1995 ist die Pflegeversicherung eine der Pflichtversicherungen in Deutschland, so wie beispielsweise die Krankenversicherung oder die Kfz-Haftpflichtversicherung auch. Jeder Bürger ist gesetzlich pflegeversichert. Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, die als eigenständige Unternehmen den jeweiligen Krankenkassen angegliedert sind.



Gesetzliche und Private PflegeversicherungWer gesetzlich krankenversichert ist, zahlt Kranken- und Pflegekassenbeitrag über den Arbeitgeber an die jeweilige Krankenkasse, Privatversicherte dementsprechend an die private Krankenversicherung. In beiden Fällen handelt es sich um eine so genannte Basisversorgung, eine Art Grundversorgung im Pflegefall.

Private Pflegeversicherung

Ergänzend zur gesetzlichen Pflegeversicherung gibt es, so wie bei den Krankenkassentarifen auch, die private Pflegeversicherung. Sie hat zum Ziel, im einzelnen Pflegefall die finanzielle Lücke zu schließen, die heutzutage zwangsläufig dadurch auftritt, dass die tatsächlichen Aufwendungen häufig teurer sind als die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Das klingt gut und einfach, ist in der Praxis aber oftmals ein kompliziertes Vertragswerk. Die privaten Pflegeversicherer sind ausnahmslos kommerzielle, also gewinnorientierte Unternehmen. Sie müssen Gewinn machen, und vor diesem Hintergrund lohnt sich auf jeden Fall ein genauer Versicherungsvergleich.

Pflegebedürftigkeit

Wenn kranke Menschen umgangssprachlich austherapiert sind, ist das nicht gleichbedeutend mit gesund. Sie bedürfen weiterhin einer dauerhaften Pflege. Sie sind ein Pflegefall, und die dafür anfallenden Kosten werden nicht mehr von der Krankenkasse, sondern von der Pflegeversicherung übernommen. Aber wie, und in welcher Höhe?

Pflegestufen

Der Gesetzgeber unterscheidet in die Pflegestufen I, II und III. Sie gelten für eine erhebliche, schwere beziehungsweise schwerste Pflegebedürftigkeit. Ein Kriterium für die Zuordnung zur jeweiligen Pflegestufe ist, abgesehen von der Krankheit selbst, der tägliche Zeitaufwand für die Pflege. Er teilt sich in die Grundpflege sowie in die individuelle Pflege auf und beträgt in der Pflegestufe I mindestens insgesamt 90 Minuten, in Stufe II das Doppelte und in III mindestens fünf Stunden. Grundlage dafür ist das Pflegegutachten, das vom Medizinischen Dienst der jeweiligen Krankenkasse veranlasst wird.

Gepflegt wird der Pflegebedürftige in seinem heimischen Umfeld entweder ehrenamtlich, meistens durch Familienangehörige, oder durch einen professionellen Pflegedienst. Je nach Pflegestufe richtet sich die Bezahlung für diese Häusliche Pflege. Sie beträgt ab Januar 2012 gestaffelt von Pflegestufe I bis III 235, 440 beziehungsweise 700 Euro. Wenn eine zugelassene ambulante Pflegeeinrichtung, oder eine anerkannte Berufspflegekraft die Pflege übernimmt, betragen die Sätze monatlich 450, 1.100 beziehungsweise 1.550 Euro. Bei einer vollstationären Pflegebehandlung, also beim dauerhaften Aufenthalt im Heim werden monatlich 1.023, 1.279 beziehungsweise 1.550 Euro von der gesetzlichen Pflegeversicherung bezahlt.

Was so klar, eindeutig und nüchtern klingt, ist für jeden Einzelfall ein schwierige Entscheidung. Es geht um Menschen, die dauerhaft erkrankt, oft allein und vielfach nicht in der Lage sind, sich zu helfen, für sich die richtige Entscheidung zu treffen. Menschliches und seelisches Leid belasten den Pflegebedürftigen sowie auch die Angehörigen.

Unterstützung durch die Private Pflegeversicherung

Die private Pflegeversicherung kann in dem Teilbereich der finanziellen Sorgen helfen. Er stellt nicht selten die wirtschaftliche Existenz des Pflegebedürftigen oder der direkten Angehörigen infrage. Je nach Vertragsausgestaltung zahlt die private Pflegeversicherung für Leistungen innerhalb der drei Pflegestufen, die auch einzeln für sich versicherbar sind. Die monatliche Finanzierungslücke zwischen gesetzlicher Pflegeversicherung und tatsächlichen Kosten reicht vom hohen zweistelligen bis zum niedrigen vierstelligen Eurobereich.

Im Grunde genommen wird von der privaten Pflegeversicherung, als Gegenleistung für die jahrelangen Beitragszahlungen, für die Dauer der versicherten Pflegebedürftigkeit eine monatliche Summe ausgezahlt. Mit ihr können die ungedeckten Mehrausgaben bezahlt werden, die als Differenz zwischen der Zahlung der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten verbleiben.

Bild © Florian Hiltmair – Fotolia.com





Ähnliche Artikel:


Kommentieren


Weitere Artikel:
Gesetzliche oder Private Krankenversicherung
Neuer Crowdfunding-Rekord bei Seedmatch


Schlagwort:
Artikelthema: Gesetzliche und Private Pflegeversicherung
© 2009-2014 HC