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Die Finanzkrise hat die Welt jetzt schon über mehrere Jahre hinweg fest im Griff und schwere Folgen für die Wirtschaft in vielen Ländern. Probleme auf den Finanzmärkten, die erst in den USA entstanden sind, haben sich kontinuierlich weiterverbreitet und zu einer globalen Epidemie entwickelt.

Finanztransaktionssteuer - Erklärung - Pro und Contra - Vorteile und NachteileFolgen der Finanzkrise

Die Folgen sind fatal für einen Großteil der Welt. Nicht nur in Europa können die Folgen in vielen Ländern täglich gesehen werden. Auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens und Südamerikas hat die weltweite Finanzkrise ihre Spuren hinterlassen. Niedriges Wirtschaftswachstum, eine stark ansteigende Arbeitslosenrate und ein Staat, der andauernd seine Ausgaben kürzen muss, sind die wichtigsten Elemente der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. Natürlich stellen die Politiker in solch einer schwierigen Situation schnell die Frage nach dem Schuldigen. Und dieser scheint sehr schnell gefunden zu sein. Für die meisten Experten ist das ungezügelte Verhalten der Finanzmärkte, die an gefährlichen Spekulationen viel Geld verdient haben, der größte Grund für die derzeitigen Probleme. Folglich sind die Rufe nach einer Bestrafung und stärkeren Regulierung der vermeintlichen Sünder sehr laut. Eine Maßnahme, die dabei sehr oft gefordert wird, ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Vor- und Nachteile einer Finanztransaktionssteuer

Die Idee einer Finanztransaktionssteuer ist ziemlich simpel. Die hohen Kosten, die in Folge der Finanzkrise entstanden sind, sollen zum Teil auch durch die Finanzmärkte bezahlt werden. Gerade Staaten, die einige Banken retten mussten, haben dafür sehr hohe Beträge ausgegeben, die sie wahrscheinlich nie wiedersehen werden. Daher ist es sehr naheliegend, sich dieses Geld von den vermeintlich Schuldigen wieder zu holen. Dies soll die Finanztransaktionssteuer zumindest zu einem Teil sicherstellen. Die Finanztransaktionssteuer funktioniert dabei folgendermaßen: Jegliche Transaktionen, also Käufe und Verkäufe von Finanztiteln, die an den Finanzmärkten, zum Beispiel den Börsen, stattfindet, soll durch einen festen Betrag besteuert werden. Damit wird zum Beispiel beim Kauf und beim Verkauf einer Aktie eine gewisse Gebühr fällig, die an den Staat abzugeben ist. Die Einnahmen werden also aus den Finanzmärkten generiert, die angeblich auch für den Schaden verantwortlich sind. Ein weiterer Vorteil der neuen Steuer ist, dass damit jede Transaktion teurer wird. Es ist somit weniger attraktiv viel zu kaufen und zu verkaufen. Genau dies könnte Spekulanten in Zaum halten und die Märkte stabiler machen. Ein Nachteil der Steuer ist sicher, dass die Länder, die diese Steuer einführen, sich einen Wettbewerbsnachteil machen verglichen mit den Ländern, die diese Steuer nicht einführen. Finanzmittel sind sehr mobil und somit könnte solch eine Einführung der Finanztransaktionssteuer erhebliche Nachteile für den heimischen Finanzmarkt haben. Daher ist die Diskussion auch in die Richtung gegangen, eine Finanztransaktionssteuer in vielen Ländern gleichzeitig einzuführen. Die meisten Länder der EU haben solch einem Vorhaben schon zugestimmt.

Maßnahme gegen eine neue Krise

Die Finanztransaktionssteuer kann also nicht nur dazu dienen, einen Teil der Kosten der letzten Krise zu bezahlen. Sie ist vielmehr auch dazu geeignet, eine neue Krise zu verhindern, weil sie Spekulationen auf einem niedrigen Niveau hält. Natürlich sind die Finanzmärkte gegen solch eine Steuer, weil sie ihre Gewinne verringern würde. Deshalb bleibt abzuwarten, ob sie ihren Einfluss noch geltend machen können und solch eine Steuer verhindern werden.

Bild © Udo Kroener – Fotolia.com





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Artikelthema: Finanztransaktionssteuer: Pro und Contra
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